Testung auf Affenpocken – anonym und kostenlos

05. 08. 2022 um 09:30:00 Uhr | BremenNews-Redaktion
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Seit Mai kommt es weltweit vermehrt zu Infektionen mit dem Affenpockenvirus, im Land Bremen gibt es seit Ende Juni vereinzelte Fälle. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und unerkannte Fälle zu entdecken, hat das Gesundheitsamt Bremen ein anonymes und kostenloses Beratungs- und Testangebot eingerichtet.

Bei den Affenpocken handelt es sich um eine Erkrankung, die durch die Infektion mit dem Affenpockenvirus ausgelöst wird – es ist mit dem klassischen Pockenvirus verwandt und tritt normalerweise bei Nagetieren auf. Das Virus kann jedoch auch vom Tier auf den Menschen und von Mensch zu Mensch übertragen werden. Es wird dabei durch sehr engen Körperkontakt übertragen, kann aber auch außerhalb des Körpers überleben, wodurch über gemeinsam genutzte Gegenstände Infektionen auftreten können. Zwar verlaufen die meisten Infektionen mild, es gibt jedoch auch schwere und sogar tödliche Verläufe. Vor allem Risikogruppen wie Kinder, Schwangere, SeniorInnen und Menschen mit Immunschwäche sind besonders von einem schweren Verlauf bedroht.

Übertragung oft durch Sex

Mittlerweile sind insgesamt acht Infektionen mit dem Affenpockenvirus im Land Bremen gemeldet worden. Das Robert-Koch-Institut gibt an, dass viele Übertragungen offenbar über sexuelle Aktivitäten stattgefunden haben. Betroffen sind bislang vor allem Männer, die Sex mit Männern haben. Bei den Affenpocken handelt es sich aber nicht um eine rein sexuell übertragbare Krankheit; auch können selbstverständlich alle Geschlechter gleichermaßen erkranken. Da im Erkrankungsfall auch mit einer Stigmatisierung gerechnet werden muss, hat das Gesundheitsamt Bremen ein anonymes und kostenloses Beratungs- und Testangebot eingerichtet. Nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung können Informationen rund um die Infektion und Erkrankung erfragt werden und auch eine anonyme Testung erfolgen. Sollte ein Test jedoch positiv ausfallen,ist es mit der Anonymität vorbei, damit durch das Gesundheitsamt die Kontaktpersonennachverfolgung erfolgen kann. Darüber hinaus bietet “Rat & Tat – Zentrum für queeres Leben e.V.” ebenfalls eine Beratung nach telefonischer Terminvereinbarung an. Testungen können ebenfalls bei allen behandelnden Ärztinnen und Ärzten erfolgen.

Isolation und Schutzimpfung

Im Falle einer Infektion mit den Affenpocken wird für die positiv getestete Person eine Isolation von 21 Tagen verhängt. In Zusammenarbeit mit der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport wurde für Personen ohne feste Unterkunft eine Unterbringungsmöglichkeit geschaffen. Dort ist im Bedarfsfall auch die Versorgung mit substituierenden Mitteln für den Drogenkonsum sowie eine medizinische Betreuung sichergestellt. Aber wäre Vorbeugen durch Impfung nicht die bessere Alternative? Denn seit 2013 gibt es in Deutschland einen gegen Pocken zugelassenen Impfstoff, der auch vor den Affenpocken schützt. Das Land Bremen hat allerdings nur 200 Dosen dieses Impfstoffs erhalten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt darum nur die Impfung von Kontaktpersonen und medizinischem Personal, das den Affenpocken ausgesetzt ist. In Bremen wurden auf dieser Grundlage bislang zwei Impfungen durchgeführt. Im Fall des Falles wird die Impfung über das zuständige Gesundheitsamt koordiniert. Sollte künftig mehr Impfstoff zur Verfügung stehen, sind auch präventive Impfungen im Rahmen der Empfehlung der STIKO möglich.

Test- und Beratungsstellen in Bremen

  • Gesundheitsamt Bremen – AIDS/STD Beratung
    Tel.: (0421) 361-15121
    E-Mail: office@gesundheitsamt.bremen.de
    Sprechzeiten:
    Montag bis Mittwoch: 9 – 12 Uhr
    Donnerstag: 14 – 18 Uhr
  • Rat & Tat – Zentrum für queeres Leben e.V.:
    Tel.: (0421) 704170
    E-Mail: beratung@ratundtat-bremen.de
    Sprechzeiten:
    Montag und Mittwoch: 11 – 13 Uhr
    Dienstag und Donnerstag: 15 – 17 Uhr

Test- und Beratungsstellen in Bremerhaven

  • Gesundheitsamt Bremerhaven – AIDS/STD-Beratung
    Tel.: (0471) 590-2160
    Sprechzeiten:
    Montag bis Donnerstag: 11 – 12 Uhr

Bildquelle: Rober Koch Institut




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