Zum Aktionstag gegen den Schmerz in der Paracelsus-Klinik Bremen: Thema Darmgesundheit

Etwa 23 Millionen in Deutschland lebende Menschen (28 Prozent) berichten über chronische Schmerzen. Bei sechs Millionen Betroffenen sind chronische Schmerzen so deutlich ausgeprägt, dass sie sich im Alltag und im Berufsleben beeinträchtigt fühlen. Die Zahl derer, die an chronischen, nicht tumorbedingten Schmerzen und damit an assoziierten psychischen Beeinträchtigungen leiden, liegt in Deutschland bei 2,2 Millionen. Im Kontext des gestrigen Aktionstages führte die Paracelsus-Klinik in Bremen eine Infotainment-Veranstaltung zur Darmgesundheit durch.

„Vielerorts hat die medizinische Versorgung aufgrund der Corona-Pandemie sehr gelitten“, weiß Eva Maria Hoffmann, Chefärztin der Schmerzmedizin an der Paracelsus-Klinik Bremen. „Nicht jedem stand eine Schmerztherapie in ausreichender Form zur Verfügung. Uns ist es wichtig, mit den Betroffenen und ihren Angehörigen ins Gespräch zu kommen“, so Hoffmann.

Um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen und Wege zur Linderung aufzuzeigen, veranstaltete die Paracelsus-Klinik Bremen beim sogenannten „Schmerz-Café“ am  Mittwoch, den 04. Juni 2025,  ein abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen, praktischen Übungen und Einblicken in das therapeutische Angebot der Klinik.

Den Auftakt machte als Hauptrednerin die renommierte Ernährungsberaterin Birgit Behnke mit einem Vortrag zum Thema „Ernährung bei chronischen Schmerzen“. Sie zeigte auf, welche Rolle die richtige Ernährung bei entzündlichen Prozessen im Körper spielt und wie gezielte Veränderungen auf dem Speiseplan zur Linderung beitragen können. Ihr lockeres Format zum ernsten Thema nennt sie auch „Darm-Infotainment“ und sich selbst „die Darm-Dolmetscherin“.

Ernährungsberaterin Birgit Behnke: „Wir schnacken heute ein bisschen über Ernährung“

Anhand eines im Wortsinn selbstgestrickten Darms erläuterte die Expertin die Aufgaben des Verdauungsorgans und zeigte zugleich dessen Schwierigkeiten bei falscher Ernährung, alltäglichem Stress und viele weiteren Belastungszuständen auf. Dem eigens gestrickten Organ hatte sie übrigens den Namen „Dörthe“ gegeben. Gleichwohl erklärte sie, mit welch zahlreichen Herausforderungen der Darm umgehen müsse, und verwies ebenso darauf, welchen immens positiven Einfluss die richtige Ernährung habe. Als das eigentliche Geheimnis benannte sie „Ballaststoffe essen und kauen“.

Mit dem selbstgestrickten Darm „Dörthe“

Dabei gehe es immer darum, ein vernünftiges Maß zu halten. Behnke zitierte: „Immer wenn ein ‚zu‘ davorsteht, ist es doof, ob zu wenig oder zu viel.“ Der Körper benötige keine Lebensmittel, sondern Nährstoffe. Auch bemühte sie die vielen Anwesenden bekannte Weisheit: „Der Darm ist das zweite Gehirn.“ Eine Brücke schlug sie daraufhin zum eigentlichen Hauptthema: „Schmerzen haben einen Sinn.“ Die seien ein Warnsignal und zeigen deutlich auf, dass etwas nicht stimmt. Und schon indem man die Ernährung nur um ein Prozent verändere, schlage man einen Richtungswechsel ein.

Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Dr. Larissa Eggers, Chefärztin der Schmerzmedizin an der Paracelsus Klinik Bremen, das Konzept der multimodalen stationären Schmerztherapie vor. Dabei gab sie einen Einblick in die verschiedenen Therapiebausteine und erläuterte, wie individuell abgestimmte Programme Patientinnen und Patienten nachhaltig entlasten können.

Darüber hinaus war interessant zu erfahren, dass sich die Begrifflichkeit von chronischen Schmerzen verändert habe. Ging man vor Jahrzehnten noch von einer lebenslänglichen Indikation aus, ist heutzutage bereits ab einem Dauerzustand von etwa drei Monaten die Rede von einer chronischen Erkrankung. Abhängig von der jeweiligen Fallstellung könne die Problematik also auch geheilt werden. Ob komplett oder lediglich gelindert, sei allerdings nicht prognostizierbar.

Dr. Larissa Eggers, Chefärztin der Schmerzmedizin an der Paracelsus Klinik Bremen

Dr. Larissa Eggers, Chefärztin der Schmerzmedizin an der Paracelsus Klinik Bremen

 

((Beitragsbild oben: Aktiv am Aktionstag gegen den Schmerz beteiligt: die Paracelsus-Klink in Bremen-Vahr))

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