Zahl der Atemwegsinfekte steigt: Bremer Gesundheitssenatorin empfiehlt, jetzt einen Termin für Schutzimpfung zu vereinbaren
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) hat die Grippesaison offiziell in der ersten Oktoberwoche begonnen. Aktuell gibt es deutschlandweit bereits vergleichsweise viele Fälle von Erkältungen, Bronchitis, Hals- und Lungenentzündungen, dagegen liegt die Zahl schwer verlaufender Atemwegsinfektionen auf dem Niveau der Vorjahre. In Bremen wurden bis Mitte Oktober drei Influenzafälle gemeldet.
Claudia Bernhard, Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz rät allen Bremern, Impfangebote in den hiesigen Praxen wahrzunehmen und sich dazu von ihren Hausärzten beraten zu lassen.
„Ein vollständiger Impfschutz ist besonders für ältere Menschen wichtig, denn mit zunehmendem Alter lässt die Immunabwehr nach und Infektionen können schwerer verlaufen“, so die Senatorin.
Doch nicht nur die Impfung gegen Grippeviren sollte aufgefrischt werden. Auch eine Impfung gegen Pneumokokken wird empfohlen. Hierbei handelt e sich um Bakterien, die verschiedene Erkrankungen auslösen können, darunter Lungenentzündungen sowie Nasennebenhöhlen-, Mittelohr-, Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung (Sepsis).
Zu den Risikogruppen zählen alle Menschen ab 60 Jahren, Personen mit chronischer Grunderkrankung, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr, Kontaktpersonen von Menschen mit bestimmtem Risiko (Kokonstrategie) und Schwangere.
Weitere Impfempfehlungen der Stiko
Zudem empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) allen Über-60-Jährigen sowie allen Menschen ab sechs Monaten mit einer Vorerkrankung eine erneute Covid-19-Auffrischungsimpfung. So ist das Coronavirus SARS-CoV-2 nach wie vor in Deutschland präsent. Eine Impfung schützt vor allem vor schweren Krankheitsverläufen und Langzeitfolgen (Long Covid).
Da Pertussis (Keuchhusten) zu den häufigsten Infektionskrankheiten der Atemwege weltweit zählt, empfiehlt die Stiko neben der Impfung für Säuglinge und Kleinkinder eine Auffrischungsimpfung sowohl im Vorschul- und Jugendalter als auch bei Erwachsenen, auch um die Übertragung auf ungeimpfte und nicht-immune Menschen zu minimieren.
Neuerdings rät die Stiko überdies allen Menschen ab 75 Jahren im Herbst zu einer einmalige Impfung gegen Respiratorische Synzytialviren (RSV). Eine RSV-Infektion kann in diesem Alter zu ernsthaften Atemwegserkrankungen führen.
Tipps zur Minderung des Ansteckungsrisikos mit Atemwegsinfektionen
Durch folgende, vom Gesundheitsressort herausgegebene Tipps, lässt sich ein Ansteckungsrisiko mit Atemwegserkrankungen mindern:
- Halten Sie Abstand zu Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung.
- In der Erkältungs- und Grippesaison kann in Innenräumen das Tragen einer Maske sinnvoll sein – insbesondere, wenn Sie zu einer Personengruppe mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko zählen.
- Personen mit Symptomen einer Atemwegserkrankung sollten zum Schutz anderer eine Maske tragen.
- Wer Symptome einer akuten Atemwegsinfektion hat, sollte drei bis fünf Tage und bis zur deutlichen Besserung der Symptomatik zu Hause bleiben.
- Während dieser Zeit sollte der direkte Kontakt zu Personen, insbesondere solchen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben, möglichst vermieden werden.
- Lüften Sie geschlossene Räume regelmäßig.
- Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife verhindert die Weitergabe von Krankheitserregern über die Hände.
- Mit den Händen nicht Mund, Nase oder Augen berühren – sonst können Krankheitserreger über die Schleimhäute in den Körper gelangen.
- Verwenden Sie beim Husten und Niesen ein Taschentuch oder halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase und wenden sich von anderen Personen ab.
Symbolbild: AdobeStock / and.one








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