„Wohnen in Nachbarschaften“: Förderung für Quartiere mit niedrigem Sozialstatus

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Wie die Deputation für Soziales, Jugend und Integration gestern beschlossen hat, wird die Förderung  durch „Wohnen in Nachbarschaften“(WiN)-Mittel im Bremen-Nord-Quartier Marßeler Feld von 75.000 Euro auf 150.000 Euro aufgestockt. Im Gegenzug wird sie in Huckelriede wegen einer positiven Entwicklung und dem Auslaufen der Städtebauförderung auf eine Restförderung zurückgefahren. Größter Förderbedarf besteht nach wie vor in Gröpelingen.

Getroffen wurde die Entscheidung, etwa die Förderung für Marßel aufzustocken, auf Grundlage des aktuellen Monitorings „Soziale Stadt – Statistisches Quartier“. Wie Sozialsenatorin Dr. Claudia Schilling erläutert spiegelt das Monitoring „die unterschiedliche Sozialstruktur zwischen den 88 Ortsteilen in Bremen wider.“ Kriterien, die in das Monitoring einfließen, seien etwa der Sprachförderbedarf bei Kindern, hohe Quoten an Transferleistungsempfängern, Nicht-Abiturienten, Arbeitslosen und Nichtwählern sowie Sicherheitsprobleme.

„Dabei zeigt sich, dass wir die höchsten Unterstützungsbedarfe im Bremer Westen haben, teils aber auch in Quartieren im Norden und im Süden der Stadt“, so die Senatorin. Quartiere mit sehr niedrigem Status sind unter diesem Blickwinkel beispielsweise Ohlenhof, Gröpelingen und Lindenhof sowie Blumenthal und die Bahnhofsvorstadt.

Ein statistisch niedriger Status wird zudem den Ortsteilen Lüssum-Bockhorn, Grohn, Oslebshausen, Mittelshuchting, Kirchhuchting, Neuenland, Kattenturn, Vahr Nord sowie Tenever bescheinigt. Dagegen würde der Osten mit den Stadtteilen Borgfeld, Horn, Schwachhausen und Oberneuland großflächig die günstigste Sozialstruktur auf weisen.

Die Daten sind unter anderem Grundlage für die Förderung aus dem Programm „Wohnen in Nachbarschaften“ (WiN), dessen Geschäftsführung sich die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration mit der Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung teilt. Dr. Schilling weiter: „Das Monitoring auf Quartiersebene verschafft uns eine datenbasierte Grundlage für die Verteilung unserer Fördermittel.“ Im Laufe der Zeit führe das immer wieder zu Umschichtungen bei den Fördermitteln. „Ich werte das auch als Zeichen dafür, dass unsere Maßnahmen wirken und dazu beitragen, die Sozialstruktur von Quartieren zu verbessern.“

Großer Handlungsbedarf in Stockholmer Straße und Gröpelingen

Im Marßeler Feld gehe es insbesondere um das statistische Quartier “Stockholmer Straße“ mit 5.500 Einwohnern, das einen sehr niedrigen Sozialstatus aufweise. „In den letzten Jahren ist die Einwohnerzahl gestiegen, und es sind viele Geflüchtete und Zugewanderte zugezogen“, so Dr. Schilling. Daher soll das WiN-Gebiet Marßel ab diesem Jahr von einer 50-Prozent- auf eine 100-Prozent-Förderung aufgestockt werden.

Mit 225.000 Euro fließt die höchste Fördersumme nach wie vor nach Gröpelingen, und somit ins statistische Quartier mit der bremenweit höchsten und großflächigsten Konzentration von Menschen und mit niedrigem und sehr niedrigem Gesamtindex.

Neue Vahr, Tenever, Kattenturm, Huchting, Lüssum-Bockhorn, Hemelingen, Schweizer Viertel werden weiterhin mit je 150.000 Euro gefördert, zumeist wegen weitgehend unveränderter soziodemographischer Daten.

Soziale Infrastrukturen sollen in Huckelriede dauerhaft abgesichert werden

Weil in Huckelriede alle statistischen Quartiere seit längerem einen mittleren Status aufweisen und in diesem Jahr auch noch die Mittel der Städtebauförderung auslaufen, wird die Fördersumme langsam abgeschmolzen – von derzeit noch 75.000 Euro auf die Hälfte im Jahr 2025, zu dessen Ende die Förderung dann gänzlich ausläuft.

Anschließend wird das Quartier aus dem Landesprogramm „Lebendige Quartiere“ finanziert, um die bestehende soziale Infrastruktur dauerhaft abzusichern.

Förderbedarf außerhalb bestehender WiN-Fördergebiete

In Bremen gibt es auch statistische Gebiete mit Handlungsbedarf, die nicht mit WiN-Mitteln gefördert werden. Hierzu gehören Aumund-Hammersbeck, Burg-Grambke, Überseestadt, Bahnhofsvorstadt, Fähr-Lobbendorf und Neue Vahr Südwest.

Für diese Gebiete sieht das Sozialressort separate Maßnahmen vor. So sind etwa für mehrere Kleinstquartiere auch zukünftig Förderungen aus dem Landesprogramm „Lebendige Quartiere“ eingeplant.

 

Bild: Nach wie vor fließt die höchste Fördersumme nach Gröpelingen, das als Quartier besonders niedrigem Sozialstatus eingestuft wird.

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