Wissen schützt Kinder im Netz: Neues Präventionsprojekt

In einer zunehmend digitalisierten Welt ist es entscheidend, Kinder und Jugendliche frühzeitig für die Gefahren im Netz zu sensibilisieren. Zu diesem Zweck wurde gemeinsam mit der Polizei Bremen ein Präventionskonzept entwickelt, das ab dem Schuljahr 2025/26 umgesetzt wird.

Cybergrooming, also die gezielte Anbahnung sexueller Kontakte mit Kindern und Jugendlichen im Internet, stellt eine ernste Gefahr dar. Bereits die KIM-Studie 2022 (Kindheit, Internet, Medien) des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest hat aufgezeigt, dass Grundschülerinnen und Grundschüler zunehmend im privaten Umfeld Smartphones und soziale Medien nutzen und dadurch einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Auch die JIM-Studie 2024 (Jugend, Information, Medien) desselben Forschungsverbunds belegt, dass Jugendliche häufig mit Fake-News, beleidigenden Kommentaren und sexueller Belästigung im Netz konfrontiert werden, was die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen unterstreicht.

Enge Zusammenarbeit

Dazu Innensenator Ulrich Mäurer: „Kriminalität im digitalen Raum macht leider auch vor Kindern nicht Halt. Mit dem neuen Konzept setzen wir gezielt auf Prävention, um die Schwächsten in unserer Gesellschaft zu schützen. Nur durch eine enge Zusammenarbeit von Schulen, Eltern und der Polizei können wir dieser großen Herausforderung begegnen.“ Das neu entwickelte Präventionskonzept basiert auf drei wesentlichen Säulen:

  1. Arbeit mit Schülerinnen und Schülern:
    In Grundschulen wird mit einer altersgerechten Unterrichtseinheit „Flizzy in Gefahr“ das Thema Cybergrooming aufgearbeitet. Durch die Geschichte des Eichhörnchens Flizzy werden Kinder spielerisch und verständlich an die Gefahren im Netz herangeführt. Ein Puppenspiel zum Thema Cybergrooming ist in Planung und soll zeitnah für Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen angeboten werden. Schon jetzt nutzt die Polizei Puppentheater, um Kinder über wichtige Themen wie Verkehrssicherheit, Gewaltprävention oder den Umgang mit Fremden aufzuklären.
  2. Elternabende:
    Im Rahmen von Informationsabenden werden Eltern über die Gefahren von Cybergrooming, Pornografie und Sexting aufgeklärt und mit konkreten Handlungsempfehlungen ausgestattet. Diese Veranstaltungen werden stadtteilbezogen organisiert, um eine möglichst breite Teilnahme zu ermöglichen.
  3. Qualifizierung von Lehrkräften:
    Lehrkräfte werden intensiv geschult, um als Ansprechpersonen für digitale Risiken und sexuelle Gewalt im Netz zu fungieren. Durch Fortbildungen und Informationsveranstaltungen erhalten sie das nötige Wissen, um ihre Klassen kompetent zu begleiten und zu unterstützen.

Die ersten Maßnahmen sollen nach den Herbstferien 2025 starten. Schulen und Eltern werden aktiv eingebunden, um gemeinsam ein sicheres digitales Umfeld für Kinder zu schaffen. Ziel ist es, die Sensibilisierung für Gefahren im Netz sowie den sicheren Umgang mit digitalen Medien deutlich zu verbessern.

Bildquelle: Fotolia

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert