Wirtschaftsverband Die Familienunternehmer plädiert für bessere Bildung in Bremen
Der Bremer Landesvorsitzende des Wirtschaftsverbands Die Familienunternehmer, Peter Bollhagen, fordert einen grundlegenden Kurswechsel in der Bildungspolitik. „Bremen muss den Anspruch haben, in der Bildungspolitik vorn zu sein. Die schlechten Leistungen sind keineswegs naturgegeben, sondern das Ergebnis bildungspolitischer Fehlentscheidungen“, betont Bollhagen angesichts der weiterhin weit unterdurchschnittlichen Ergebnisse Bremens in bundesweiten Vergleichsstudien.
Er unterstreicht, dass Schule jungen Menschen die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben geben und sie ausbildungs- und arbeitsfähig machen müsse. „Wer heute ausbildet, weiß: Viele Schulabgänger können nicht sicher lesen, schreiben oder rechnen. Das ist alarmierend für die Jugendlichen selbst, aber auch für die Unternehmen und die wirtschaftliche Zukunft unserer Region. Darüber hinaus sind kulturelle Bildung sowie die Vermittlung zentraler Werte wie Demokratie, Freiheit, Toleranz, Leistung und Eigenverantwortung essenziell. Leistungsstärke muss frühzeitig erkannt und gezielt gefördert werden.“
Mit Blick auf den hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sei eine gelingende Integration eine der wichtigsten Aufgaben für die kommenden Jahre. Sprachförderung, klare pädagogische Strukturen und konsequente Förderung seien der Schlüssel dafür, gleiche Chancen für alle zu schaffen.
Besonders die frühkindliche Bildung müsse seiner Meinung nach deutlich gestärkt werden. Kitas sollten enger und systematischer mit Schulen zusammenarbeiten, um allen Kindern bessere Startchancen zu ermöglichen. Früh investierte Mittel zahlen sich gesellschaftlich wie wirtschaftlich langfristig aus. Ein weiterer zentraler Punkt aus Sicht der Familienunternehmer ist die Förderung von Wirtschaftsverständnis. Schülerinnen und Schüler sollten ein realistisches Bild von Unternehmertum erhalten und verstehen, wie wirtschaftliche Zusammenhänge funktionieren. Dies könne durch Lehrerfortbildungen, mehr Praktika, intensivere Kooperationen mit Unternehmen sowie handlungsorientierte Unterrichtsformate erreicht werden.
Bollhagen hebt zudem die Bedeutung des Instituts für Qualitätsentwicklung im Haus der Bildung (IQHB) hervor: „Die kontinuierliche Messbarkeit von Bildungserfolgen ist unverzichtbar, um Fortschritte zu erzielen und Fehlentwicklungen früh zu erkennen. Hamburg zeigt eindrucksvoll, wie systematische Qualitätsmessung zu spürbaren Verbesserungen im Bildungsranking führen kann. Diese Form der konsequenten Evaluation brauchen wir auch in Bremen“, so Bollhagen.
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((Beitragsbild oben: Peter Bollhagen, Bremer Landesvorsitzender des Wirtschaftsverbands Die Familienunternehmer))




Winnie Schmitz
IHK Bremen / BremenNews
M3B / LogisticsConnect
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