Weshalb es viele Bremer theoretisch gar nicht gibt – Bürgerämter am Limit

Die Frustgrenze ist bei vielen Bürgerinnen und Bürgern der Hansestadt seit geraumer Zeit erreicht. Mit dem Resultat, dass über 7.000 Menschen derzeit keine gültigen Dokumente besitzen, Tendenz steigend. Viele sind demnach nicht mehr gemeldet. Mit ein wenig Polemik ließe sich behaupten, zumindest auf dem Papier gibt es diese Menschen nicht.

In den Bremer Bürgerservice-Centern ist inzwischen seit Jahren Geduld gefragt, wer in der Hansestadt neue Ausweisdokumente benötigt, muss oftmals mehrere Monate und länger warten. So heißt es, in Bremen dauere es derzeit vier Monate, bis Bürgerinnen und Bürger einen Termin im Bürgerservice-Center bekommen. Das Innenressort steuert eine weitere freudige Zahl zur Rechnung bei, nämlich die dann benötigten bis zu acht Wochen Lieferzeit für einen Reisepass oder die bis zu vier Wochen für den Personalausweis.

Dann aber nimmt das eigentliche Kuriosum erst seinen wahrhaft realistischen Verlauf. So wird von der Behörde empfohlen, regelmäßig in das Terminportal zu schauen, zumal dort auch kurzfristig freigewordene Termine angeboten werden. In der alltäglichen Praxis bedeutet das allerdings, dass frühmorgens der Run der Termininteressenten hochkocht. Durch Absage freigewordene Termine sind bereits wieder vergeben, bevor sich der Browser überhaupt aufgebaut hat. Menschen, die beispielsweise in Nachtschicht arbeiten, haben schlichtweg keine Chance.

Rund 7.100 Menschen in der Stadt Bremen haben laut Innenressort derzeit keine gültigen Dokumente, bei etwa der Hälfte sind sie erst im vergangenen halben Jahr abgelaufen. In den nächsten sechs Monaten kommen voraussichtlich rund 7.400 weitere Menschen dazu. Irgendwie hat jeder ein schlechtes Gewissen; für andere fallen die Konsequenzen sogar schlimmer aus, weil sie dringende Auslandsreisen nicht antreten können. Umso perfider, als sie selbst in den meisten Fällen unschuldig sind.

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((Beitragsbild oben: Bürgerservice-Center in der Stresemannstraße))

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