Vorsichtiger Optimismus im Bremen-Tourismus

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Corona und die Lockdowns haben der Reisebranche extreme Verluste gebracht: Hotels mussten schließen, Kongresse und Firmenveranstaltungen wurden abgesagt. Nach Berechnungen der dwif Consulting GmbH beliefen sich die Verluste im Übernachtungs- und Tagestourismus der Stadt Bremen auf etwa 680 Millionen Euro allein im Jahr 2020.

Wie sehr das Reiseverhalten der Deutschen von den Entwicklungen der Corona-Pandemie abhängt, zeigen nun auch die aktuellen Übernachtungszahlen für das Jahr 2021: Von Januar bis Dezember verzeichnete das Statistische Landesamt Bremen 785.532 Ankünfte im Bundesland Bremen. Das ist ein Plus von 10,7 Prozent im Vergleich zu 2020. Die Gäste blieben im Schnitt zwei Nächte. Das ergibt 1.661.768 Übernachtungen – ein Plus von 11,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In der Stadt Bremen gab es 630.880 Gästeankünfte in 2021. Das ist zwar ein Plus von 10,2 Prozent im Vergleich zu 2020, aber nur etwa die Hälfte der Ankünfte des Jahres 2019. Die stadtbremischen Hotels verzeichneten bei einer Aufenthaltsdauer von etwa zwei Nächten pro Person somit 1.338.485 Übernachtungen. Auch hier ein Plus 10,9 Prozent im Vergleich zu 2020, aber nur etwas mehr als die Hälfte der Übernachtungen des Vorcoronajahres 2019.

Bis zum 21. Mai 2021 waren pandemiebedingt keine touristischen Dienstleitungen oder privaten Übernachtungen möglich. Ab Juni 2021 war dann wieder eine leichte Erholung spürbar, vor allem im Bereich der Tagesgäste. Der Anstieg der Übernachtungs- und Buchungszahlen ließ jedoch mit steigenden Inzidenzzahlen zum Jahresende wieder signifikant nach. Die stadtbremischen Übernachtungsgäste kamen in 2021 zu knapp 90 Prozent aus Deutschland. Vor der Pandemie waren es etwa 80  Prozent. Bei den Auslandsmärkten lagen die Niederlande mit 28.415 Übernachtungen (plus 16,9 Prozent) an erster Stelle, gefolgt von Dänemark (14.484 Übernachtungen, plus 23 Prozent) und Polen (10.753 Übernachtungen, plus 5,6 Prozent).

„Wir unterstützen den Tourismus mit unterschiedlichen Programmen, um die Arbeitsplätze in den Bremer Betrieben der Freizeit- und Tourismusbranche und des Gastgewerbes zu erhalten. Der Tourismus gehört nach wie vor zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren Bremens“, sagt Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. Um die Corona-Auswirkungen abzufedern, habe die Freie Hansestadt Bremen die Freizeit- und Tourismusbranche bereits mit mehreren Millionen Euro gefördert. So gab es Förderungen der Veranstaltungswirtschaft, das Förderprogramm „Außenflächen 2021“, Gelder aus dem Bremen-Fonds, beispielsweise für die Innenstädte und die Stadtteile, und Mittel aus dem Bremer Haushalt für unterschiedliche touristische Projekte und Marketingmaßnahmen. „Ich werde mich aber für weitere finanzielle Mittel für den Bremen-Tourismus einsetzen“, betont die Senatorin.

Hoffnungen liegen auf Frühjahr und Sommer

Wenn mit dem Frühjahr die Inzidenzen zurückgehen und Reisen sowie Veranstaltungen leichter durchführbar sind, wird der Tourismus wieder deutlich ansteigen, so die Erfahrung der Touristikfachleute. „Dann ist es wichtig, sich im Wettbewerb der Destinationen zu behaupten. Der Großteil der Reisen der Deutschen wird sich auch in diesem Frühjahr und Sommer voraussichtlich wieder auf das Inland konzentrieren, deshalb arbeiten wir derzeit an verschiedenen Kampagnen und einem Landes-Aktionsprogramm, um für die Reiseziele Bremen und Bremerhaven zu werben“, erklärt Oliver Rau, Geschäftsführer der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH. „An guten Gründen, Bremen zu besuchen, sollte es uns in den kommenden Monaten hier nicht mangeln“, konstatiert Rau optimistisch. Mit seinem Team im Geschäftsbereich „Marketing und Tourismus“ koordiniert er beispielsweise das Themenjahr „Klangfrisch 2022. Bremen – Stadt der Musik“ mit inzwischen über 200 Partnerinnen und Partnern aus der Musik- und Veranstaltungsbranche. Es gibt mit „The Mystery of Banksy“ im BLG Forum und „Luigi Colani und der Jugendstil“ in den Museen Böttcherstraße zwei große neue Sonderausstellungen, die Osterwiese soll im April stattfinden und viele überregional relevante Events von der jazzahead! über den 400. Hafengeburtstag in Vegesack, die Welterbetage, La Strada, dem Sambakarneval, Breminale bis zum Musikfest und vielen mehr eine Vielzahl von Reiseanlässen.

„Wir sind jedoch noch weit entfernt von den Gästezahlen der Vorcoronazeit“, mahnt Rau. „Besonders im Geschäftsreisetourismus, bei Messe- und Kongressbesucherinnen und –besuchern wird es noch eine ganze Weile dauern, bis sich dieser Markt erholt hat. Und für diese Branche ist ein Umdenken erforderlich“, so Rau. Das bis März 2021 noch in Präsenz geplante 14. International Coral Reef Symposium (ICRS), die bedeutendste Weltkonferenz zu Wissenschaft, Management und Erhaltung von Korallenriffen, wurde beispielsweise erstmals als virtuelle Konferenz „Made in Bremen“ mit über 1.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern weltweit durchgeführt. Das schaffte Vertrauen und Bremen bekam erneut den Auftrag zur Durchführung des 15. ICRS in Präsenz im Jahr 2022.

„Besonders freuen wir uns auch über den Deutschen Schifffahrtstag, der vom 29. September bis zum 3. Oktober 2022 in Bremen und Bremerhaven stattfindet“, sagt Oliver Rau. Neben einigen Fachveranstaltungen ist auch eine Vielzahl von öffentlichen Aktivitäten und Angeboten in Bremen und Bremerhaven geplant. „Bremen ist weiterhin eine der attraktivsten Städtereisendestinationen. Wir müssen uns nur im Chor der anderen werbenden Städte mit lauter Stimme ordentlich Gehör verschaffen.“

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung