Vor 100 Jahren in Bremen – Borgward stellte 1925 den ersten Goliath Rapid her

Die Borgward AG war eine Bremer Automobilgeschichte mit Aufstieg und Fall, die in den 1950er Jahren als viertgrößter deutscher Hersteller und Arbeitgeber Bremens galt, bevor 1961 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten die Insolvenz angemeldet wurde. Der Erfolg der legendären „Isabella“ und anderer Modelle prägte das Wirtschaftswunder, aber ein umstrittenes Krisenmanagement führte zum Untergang der Marke, die zu einer Legende wurde. Jeder möchte ein Auto haben: Das war der Grundsatz des Schlossers und Ingenieurs Carl Friedrich Wilhelm Borgward. Den Anfang der Firmengeschichte machte am 20. Juni 1924 ein motorisiertes Dreirad, die sogenannte „Blitzkarre“. Ein Jahr später – vor heute 100 Jahren – folgte der Goliath Rapid, ein Vorderlader mit der Ladepritsche über der zweirädrigen Vorderachse.

Das Modell Goliath Standard hatte eine Nutzlast von 500 kg und war mit einem 350-cm³-Motor von 7,5 PS Leistung mit Kupplung, Getriebe und einer Bremse an allen Rädern versehen. In der Bremer Neustadt reichten die alten Gebäude in der Steinstraße 28 für die Erweiterung der Produktion nicht aus und Borgward und Tecklenborg erwarben nicht weit entfernt ein teilweise bebautes Fabrikgelände in der Industriestraße. In den folgenden Jahren entstanden weitere Modelle. Die Nachfrage nach Blitzkarren und Goliath war für die damalige Zeit sehr gut; täglich konnten acht Stück von beiden Modellen gebaut und verkauft werden. Schwierigkeiten brachte nur eine verkehrspolizeiliche Vorschrift, der zufolge die Fahrzeuge einen Rückwärtsgang erhalten und bereits ausgelieferte Fahrzeuge damit nachgerüstet werden mussten. Ende der 1920er Jahre war hierzulande jedes vierte Nutzfahrzeug ein Goliath.

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