Vermüllt Bremen?
Umweltsenatorin Henrike Müller und Staatsrat Jan Fries haben bei Vor-Ort-Terminen die Müllsituation in Bremen in den Blick genommen. An Hotspots wie dem Rembertiring sowie im Stadtteil Gröpelingen informierten sie sich über die Herausforderungen und diskutierten mit der Stadtreinigung (DBS) über Lösungsansätze für mehr Sauberkeit und Lebensqualität in der Stadt.
Viele Bremerinnen und Bremer empfinden die zunehmende Verschmutzung des öffentlichen Raums als ernstes Problem. Besonders ins Gewicht fallen dabei illegale Müllablagerungen – etwa Sperr- oder Hausmüll, der einfach auf Gehwegen oder in Grünanlagen entsorgt wird. Hinzu kommt das sogenannte Littering: achtlos weggeworfene Verpackungen, Zigarettenstummel und insbesondere To-go-Becher, die das Stadtbild beeinträchtigen und die Umwelt belasten. Überfüllte oder falsch genutzte Mülltonnen verschärfen die Situation zusätzlich. „Sauberkeit ist nicht nur eine Frage der Optik, sondern auch der Lebensqualität und des Umweltschutzes. Niemand möchte morgens die eigene Haustür öffnen und direkt vor einem Müllberg stehen“, sagt Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft.
Wer ist zuständig?
Illegale Müllablagerungen, achtlos weggeworfene Verpackungen und Zigarettenstummel sowie überfüllte Tonnen stellen nicht nur eine Belastung für das Stadtbild dar, sondern können auch Umwelt und Gesundheit gefährden. Ein zentrales Problem sind dabei oft unklare Zuständigkeiten: Wer ist für eine Fläche verantwortlich, wer muss den Müll beseitigen und wer hat ihn verursacht? Weil diese Fragen in der Praxis bisher nicht immer eindeutig zu klären waren, setzt sich Senatorin Müller dafür ein, dass Zuständigkeiten künftig stärker vereinheitlicht werden. Wo unterschiedliche Zuständigkeiten bestehen bleiben, müssten die Kommunikationswege zwischen den Beteiligten deutlich verbessert werden, um schneller reagieren zu können.
Die Bremer Stadtreinigung ist regelmäßig im Einsatz und Bußgeldverfahren werden konsequent eingeleitet. Jährlich werden mehrere hundert Ordnungswidrigkeiten im Bereich Umweltschutz verfolgt – vom Wegwerfen einzelner Abfälle bis hin zu großvolumigen illegalen Ablagerungen. Die Ermittlung der Verursacher bleibt jedoch oft schwierig, da Hinweise häufig nicht gerichtsfest sind. Vor diesem Hintergrund wird derzeit geprüft, die Bußgelder perspektivisch anzuheben. Zudem soll der Außendienst der DBS verstärkt an bekannten Hotspots kontrollieren und Bürgerinnen und Bürger aktiv über kostenlose Entsorgungsangebote wie Sperrmülltage in den Quartieren informieren. Die Zahl der öffentlichen Abfallbehälter wurde in den vergangenen Jahren deutlich erhöht: von rund 2.160 im Jahr 2014 auf aktuell etwa 4.085. Gleichzeitig bleibt die regelmäßige und teils mehrfache tägliche Leerung eine zentrale Aufgabe.
Die Müll-Hotspots
Am Rembertiring traf sich Staatsrat Jan Fries mit der DBS und einem Hausverwalter an einem bekannten Müll-Hotspot, wo bereitsmehrere Bußgeldverfahren wegen illegaler Müllentsorgung eingeleitet wurden. Um kurzfristig Abhilfe zu schaffen, sollen die Mülltonnen nun an einen besser geeigneten Standort versetzt und das Leerungsintervall auf drei Mal pro Woche erhöht werden. Darüber hinaus wird engmaschig kontrolliert, um im Zweifel nachsteuern zu können.
Beim Stadtteilspaziergang durch das Lindenhofquartier in Gröpelingen kam Senatorin Müller mit der Initiative „G! – Offensive gegen Müll“ ins Gespräch. Die Gruppe setzt sich aktiv für Verbesserungen der Müllsituation ein und wird dabei von Kultur vor Ort, Vatan Sport, lokalen Geschäftsinhabern sowie zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern unterstützt. „Sauberkeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die uns alle angeht“, bekräftigte die Senatorin. Aus den verschiedenen Begehungen haben sich klare Schwerpunkte herauskristallisiert: besonders betroffen sind Bereiche mit überbelegten Wohneinheiten, Spielplätze sowie stark frequentierte Einkaufsstraßen. Diese Hotspots gilt es gezielt anzugehen. Senatorin Henrike Müller und der Staatsrat Jan Fries appellieren an alle Bremer, unterstützend ihren Beitrag zu leisten und ihre Anlieger-Pflicht nachzukommen.







WFB / Studio B
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