Vermeidung von Abfall auf Festivals: Bremens erstes Spülmobil für Mehrweggeschirr offiziell vorgestellt
Mit einem Spülmobil soll auf Konzerten & Co bei Essensausgabe und Getränkeausschank Einweg vermieden und somit Abfall reduziert werden. Nachdem Papierteller und essbares Geschirr aus Waffeln auf Events in der Freien Hansestadt nicht überzeugen konnten, hat die Bremer Mehrweg AG diese Lösung für den Weg zur nachhaltigeren Veranstaltungsorganisation gefunden. Gestern, am 22. August, wurde das Spülmobil offiziell vorgestellt.
„Wir haben in Bremen eine sehr lebendige Kunst- und Kulturszene, die mit Musikfestivals, Theater unter freiem Himmel, Volks- und Straßenfesten ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm bietet“, betont Kultursenator und Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte.
„Da wird gefeiert, gut gegessen und getrunken – mit dem Spülmobil kann dies ab sofort ressourcenschonend geschehen. So zeigen wir einmal mehr: Bremen ist Vorreiter in Sachen Umwelt- und Klimaschutz und geht dafür vereint mit vielen Akteurinnen und Akteuren neue Wege.“
Mit der Spülmaschine auf dem Wagen kann Mehrweggeschirr vor Ort hygienisch gesäubert und direkt wieder ausgegeben werden. Würde das Geschirr wie bisher zum Spülen zu Dienstleistern gefahren werden, so Bovenschulte weiter, würden sich die Transportwege negativ auf die Ökobilanz auswirken.
Mietbar für soziale Einrichtungen und Firmen – Nachfrage schon jetzt sehr groß
Vorgestellt wurde das neue Spülmobil am 22. August im Rahmen des Kultur- und Genussfestes Open Space Domshof . Mit dabei waren neben dem Bürgermeister auch Umweltsenatorin Kathrin Moosdorf, Manuel Jänig vom Musikszene Bremen e. V. sowie Vertreter der Geschäftsstelle Umwelt Unternehmen und des Bündnisses für Mehrweg.
Dabei wurde in den Vordergrund gestellt, dass der Wagen mit Spülmaschine sich für Veranstaltungen mit bis zu 15.000 Gästen eignet und gemietet werden kann. „Ob Unternehmen, die ein Firmenfest planen oder auch Vereine, Schulen und soziale Einrichtungen, die zu Turnieren oder Tagen der offenen Tür einladen wollen – sie alle können das Spülmobil gegen einen Kostenbeitrag nutzen. Für Letztere fällt dieser gering aus“, sagt Manuel Jänig, dessen Verein den Verleih organisiert und koordiniert.
Schon jetzt sei die Nachfrage groß – auch von Initiatoren kleinerer Events wie Flohmärkten. „Nach einem ersten Jahr der Erprobung wird sich zeigen, ob sich für Veranstaltungen dieser Größenordnung die Anschaffung von Lastenrädern mit Spülmaschine lohnt.“
Ein Ausbau von mobilen Lösungen für die Umstellung auf Mehrweg sei jedoch auf alle Fälle möglich. „Und für Bremen absolut wünschenswert“, betont Martin Schulze von der Geschäftsstelle Umwelt Unternehmen und dem Bündnis für Mehrweg. „Für unsere nachhaltig orientierten Mitglieder sind Angebote, mit denen sich die Vermeidung von Abfall gemeinsam schultern lässt, äußerst interessant und eine gute Option. Daher unterstützen wir dieses Vorhaben auch sehr gerne.“

Manuel Jänig dankte dem Kultursenator und der Umweltsenatorin, für die die Anschaffung des Spülmobils und auch der Senatskanzlei, die die Investition in ein hochwertiges Mehrweggeschirr finanzierte. (Foto: Senatspressestalle)
„Sinnvolle Ergänzung bestehender Angebote“
Laut Umwelt- und Klimasenatorin Kathrin Moosdorf, sei das übergeordnete Ziel, wo immer es geht, Mehrweg möglich zu machen. „Veranstalterinnen und Veranstalter sollen es leicht haben, ein gut funktionierendes Mehrwegangebot vorzuhalten. Das Spülmobil ist hier eine sinnvolle Ergänzung bestehender Angebote.“
Zudem sei das Mobil ein wichtiger Baustein für die Bremer Mehrweg-Roadmap, an der Bremen derzeit arbeite. „Diese Roadmap macht Unternehmen, Veranstalterinnen und Veranstaltern konkrete Vorschläge, Mehrweglösungen für sich zu nutzen.“
Angeschafft wurde das Spülmobil vom Verbund von Kultur- und Kunstschaffenden. Unterstützt wurde er dabei vom Kulturressort mit 35.000 Euro.
Bild ganz oben:Bürgermeister und Kultursenator Andreas Bovenschulte (re.) und Umweltsenatorin Kathrin Moosdorf weihten das erste Bremer Spülmobil ein und ließ sich von Manuel Jänig (li.) das Kreislaufsystem erklären.
Foto: Senatspressestelle










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