Umweltbildung: Pflicht oder Kür?

Der NABU Bremen fordert anlässlich des Welttages der Umweltbildung eine langfristige finanzielle Absicherung der Angebote. „Gerade in Zeiten von Klimakrise und Artensterben ist Umweltbildung kein ‚nice to have‘, sondern eine gesellschaftliche Pflicht“, erklärt Alissa Gruhn, Leitung der Umweltbildung beim NABU Bremen.

Kinder und Jugendliche wachsen zunehmend naturfern auf; insbesondere in einer Großstadt wie Bremen fehlt vielen Menschen der direkte Zugang zu Natur und naturnahen Räumen. „Umweltbildung legt den Grundstein für Verantwortungsbewusstsein gegenüber Natur, Klima und Mitmenschen“, stellt Gruhn fest. Denn Umweltbildung stärke zentrale Zukunftskompetenzen wie kritisches Denken, Problemlösungsfähigkeit sowie Selbstwirksamkeit – und sie ergänzt schulisches Lernen sinnvoll durch praktische Erfahrungen. Ausserdem: Wer nicht versteht, wie Natur funktioniert, kann sie auch nicht wirksam schützen. Umweltbildung übersetzt komplexe Zusammenhänge in alltagsnahes Wissen und macht Naturschutz für Kinder und Jugendliche konkret und nachvollziehbar.

Dringender Appell

„Wenn Bremen es ernst meint mit Nachhaltigkeit, muss Umweltbildung Priorität haben“, betont Alissa Gruhn. Der Jugendverbandsreferent Yves Poniewas ergänzt: „Wir können uns eine Generation ohne Naturbezug schlicht nicht leisten.“ Mit Sorge blickt der NABU Bremen auf die Zukunft der Finanzierung der Umweltbildung. „Wer heute bei Umweltbildung spart, zahlt morgen einen hohen Preis“, warnt Alissa Gruhn. Daher müsse Umweltbildung mit langfristiger Perspektive gedacht und finanziell abgesichert werden. Was über Jahre aufgebaut wurde, könne sonst in kurzer Zeit verloren gehen.

Erfahrung und Vielfalt

Um Kinder, Jugendliche und Erwachsene für den Schutz von Umwelt und Artenvielfalt zu begeistern, bietet der NABU Bremen handlungsorientierte sowie erlebnisnahe Angebote, die von einer engen Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen getragen werden. Langjährige Erfahrung und regionale Verankerung ermöglichen dabei Vielfalt: Naturerlebnisprogramme für Kinder, Jugendliche und Familien, Bildungsangebote zu Artenvielfalt, Klimaschutz und nachhaltigem Konsum, Schulkooperationen, Ferienprogramme sowie Mitmachaktionen wie die Trashbusters-Müllsammlungen und die Nachtschwärmer-Nacht. Hinzu kommen wöchentliche Kindergruppen, Ferienbetreuung, schulische Angebote und Aktivitäten auf dem Gelände des NABU-Naturzentrums.

Bildquelle: NABU Bremen

 

 

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