Über Bremens Brücken sollst Du gehen – aber nicht fahren?
Bremen investiert in die Instandhaltung und Modernisierung seiner wichtigsten Weserquerungen: Die Wilhelm-Kaisen-Brücke wird umfassend ertüchtigt, für die Bürgermeister-Smidt-Brücke ist ein Belastungstest für den Straßenbahnverkehr geplant.
Viele Brückenbauwerke in Deutschland – so auch in Bremen – sind in die Jahre gekommen und stehen durch steigende Verkehrsbelastungen zunehmend unter Druck. Um einen sicheren und leistungsfähigen Verkehrsfluss langfristig zu gewährleisten, ist perspektivisch der Ersatz durch Neubauten erforderlich. Im Vorfeld soll die Nutzungsdauer der bestehenden innerstädtischen Weserquerungen verlängert werden. Die nächste Maßnahme steht auf der Wilhelm-Kaisen-Brücke an:
- Baustart: 18. August 2025
- Verstärkung: Einbau von Spanngliedern in die Hohlkästen der Brücke, fixiert an 16 neuen Ankerblöcken
- Ziel: Vorspannung des Überbaus zur Erhöhung der Tragfähigkeit
Rick Graue, Leiter des Amts für Straßen und Verkehr, erläuterte: „Die 1961 errichtete Spannbetonbrücke wurde seinerzeit von beiden Uferseiten der Weser zur Flussmitte aufeinander zugebaut. Aufgrund des Alters der Brücke und der stetig steigenden Verkehrslasten kommt es an der Bauwerksmitte – wo die beiden Brückenenden aufeinandertreffen – zu einer besonders starken Belastung, so dass die Tragfähigkeit der Brücke erhöht werden muss.“
Verkehrsführung während der Bauzeit
- Vollsperrung: 7. bis 9. November 2025
- Fahrbahnverengungen: 26./27. Januar 2026 sowie 23./24. März 2026 (Brücke bleibt passierbar)
- Weitere Einschränkungen: punktuelle Absperrungen für Fuß- und Radverkehr. Querung bleibt möglich
- Straße „Herrlichkeit“: während der gesamten Bauzeit halbseitig unter der Brücke gesperrt
- Bauende: voraussichtlich Frühjahr 2026
- Bauarbeiten: überwiegend im Brückeninneren, von außen kaum wahrnehmbar
Ziele der Maßnahme
- Gewinnung weiterer Erkenntnisse zur Restnutzungsdauer
- Vorbereitung für einen rechtzeitigen Ersatzneubau
- Aufhebung der derzeitigen Gewichtsbeschränkung
- Aufhebung des Abstands- und Begegnungsverbots für den ÖPNV
- Erhöhung der Fahrtenanzahl für Angebotsausbau und Umleitungsmöglichkeiten des ÖPNV auf der Brücke
Belastungstest und Langzeitmonitoring Bürgermeister-Smidt-Brücke
Seit dem 7. April 2025 ist die Bürgermeister-Smidt-Brücke wieder für die Buslinien der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) sowie für Regionalbusse im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) freigegeben – für Straßenbahnen aufgrund der Ergebnisse von Nachweisrechnungen jedoch nicht. Denn nestimmte Stahlbauteile der Bürgermeister-Smidt-Brücke weisen abweichende Materialeigenschaften auf. Bei Nutzung durch Straßenbahnen wären diese rechnerisch überlastet. Ein umfassendes Monitoring soll diese rechnerischen Defizite messtechnisch überprüfen. Ende August sind daher in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremen gezielte Belastungstests für Straßenbahnen und ein anschließendes Langzeitmonitoring vorgesehen.
Aktuelle Nutzungseinschränkungen
- Zulässiges Gesamtgewicht: maximal 30 Tonnen
- Jeweils ein Fahrstreifen pro Richtung
- Höchstgeschwindigkeit: 30 Kilometer pro Stunde
- Nur Busse, Straßenbahnen dürfen die Brücke nicht passieren
Thomas Sauer, Leiter der ASV-Fachabteilung Brücken- und Ingenieurbau, erklärt: „Der Belastungsversuch wird am 31. August 2025 unter Vollsperrung der Brücke durchgeführt. Dabei kommen vier aktuell eingesetzte Straßenbahnen der BSAG zum Einsatz, um verschiedene Überfahrts- und Begegnungsszenarien mit unterschiedlichen Beladungen zu simulieren. Zwei Straßenbahnen werden mit Betriebslast, zwei mit Volllast eingesetzt. Während der Überfahrten erfassen zuvor installierte Sensoren die auftretenden Lasten, welche anschließend dokumentiert werden.“
Nach dem Test
- Auswertung der Messdaten
- Statische Nachrechnung und Vergleich mit bisherigen Werten
- Fundierte Aussage zur weiteren Nutzung für den Straßenbahnverkehr
- Übergang der Messtechnik in ein dauerhaftes Monitoring-System zur kontinuierlichen Überwachung und langfristigen Sicherheit der Brücke
Alle Informationen rund um die Bremer Brückenbauwerke über die Weser und die anstehenden Arbeiten finden sich jederzeit und tagaktuell unter www.bruecken.bremen.de.









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