Trotz zahlreicher mahnender Stimmen noch immer keine Einigung über Böllerverbot in Bremen

Von der Ärzteschaft, Tierschützern, der Polizei, Feuerwehr, Umweltverbänden und zahlreichen weiteren Menschen wird seit Jahren ein bundesweites Böllerverbot gefordert. Erst kürzlich hatte die Gewerkschaft der Polizei dem noch amtierenden Bremer Innenminister anlässlich der Innenministerkonferenz eine Petition mit mehr als zwei Millionen Unterschriften übergeben. Die Minister konnten sich allerdings nicht darauf einigen. Stattdessen solle der Bund prüfen, unter welchen Voraussetzungen Länder und Gemeinden selbst über ein Verbot entscheiden können. Die Debatten toben, aber wirklich entschieden ist weiterhin nichts.

Eines der größten bundesdeutschen Unternehmen für Pyrotechnik ist die Firma Comet, das seinen Sitz in Bremerhaven hat. Naturgemäß ist Comet gegen ein generelles Böllerverbot, hatte aber beim traditionellen Musterschießen auf die Gefahren von illegalem Feuerwerk aufmerksam gemacht. Insbesondere von den umgangssprachlich als Polenböller bezeichneten Knallköpern gehe eine maßgeblich erhöhte Gefahr aus, was sie deutlich von zugelassenen Produkten mit CE-Zeichen unterscheide.

Nicht jedes Feuerwerk darf in Deutschland gezündet werden. Wer sich illegale Knaller aus dem Ausland besorgt, riskiert eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Feuerwerkskörper über einen Onlineshop bestellt oder selbst im Ausland erworben und nach Deutschland eingeführt worden sind. Ob ein Feuerwerkskörper gemäß der EU-Richtlinien legal ist, kann man an der CE-Kennzeichnung erkennen: Das ist die vierstellige Nummer 0589. Wenn diese vier Ziffern auf dem Knallkörper vorhanden sind, können Verbraucher sicher sein, dass er gemäß dem Sprengstoffgesetz (SprengG) geprüft und zertifiziert worden ist.

Notfallmediziner erleben jedes Jahr erneut, welche schwerwiegenden Verletzungen insbesondere durch illegale Feuerwerkskörper verursacht werden, vor allem im Bereich der Hände, gleichwohl der Augen und des Gesichts. Dabei scheint die Wucht des falschen Umgangs mit Feuerwerk zuzunehmen. Auch im letzten Jahr gab es bundesweit Todesfälle durch illegal erworbene Sprengkörper. So sind auch die sogenannten Kugelbomben einfach übers Internet zu bekommen, die aber keinesfalls für unausgebildete Privatpersonen ohne Fachkundenachweis sind.

Eine Kugelbombe ist ein professioneller, kugelförmiger Feuerwerkskörper mit hoher Sprengkraft, gefüllt mit pyrotechnischen Mischungen für Lichteffekte, der aus Mörsern abgeschossen wird und aufgrund seiner Gefährlichkeit nur für erfahrene Pyrotechniker bei Großveranstaltungen zugelassen ist, nicht für den privaten Gebrauch. Illegale Kugelbomben werden oft auf dem Schwarzmarkt gehandelt und sind immer wieder für tödliche Unfälle zu Silvester verantwortlich. 

Nun sind es nur noch wenige Tage bis zur bevorstehenden Silvesternacht. Mittlerweile ist es Realität, dass etliche Menschen der eigentlich traditionellen Begrüßung des neuen Jahres mit äußerst gemischten Gefühlen entgegensehen, viele sich sogar davor fürchten, von den Haustieren und freilebenden Tieren ganz zu schweigen. Die Niederlande hatten vorgemacht, dass auch für Feuerwerksbefürworter unbequeme Entscheidungen möglich sind. Die Niederlande führen ein umfassendes Feuerwerksverbot für Privatpersonen ein, das ab dem Jahreswechsel 2026/2027 in Kraft tritt, um die Sicherheit zu erhöhen, Rettungskräfte besser zu schützen und Umwelt- sowie Tierschutzaspekte zu berücksichtigen. Das umfasst den Verkauf und das Abbrennen von Böllern und Raketen, wobei nur noch professionelle Feuerwerke erlaubt sind.

 

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((Beitragsbild oben: Symbolbild Feuerwerk))

 

 

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