Trotz Millionenschaden durch liegengebliebene Akten: Keine Spaltung beim Amt für Soziale Dienste
Durch liegen gebliebene Akten war der Stadt ein Schaden von zwei Millionen Euro entstanden. Bereits Ende 2023 hatte ein von der Senatorin für Soziales, Jugend und Integration beauftragter, 56 Seiten umfassender Bericht der Innenrevision die Summe auf rund 1,5 Millionen Euro taxiert, die sich allerdings seither noch ausweiten sollte. Die Zustände im Bremer Amt für Soziale Dienste hatten daraufhin für hitzige Debatten gesorgt. Die Opposition sprach von Führungsversagen, die Koalitionsparteien wiesen die Kritik zurück. Die CDU wollte das Sozialamt und das Jugendamt trennen.
Das Sozialressort äußerte sich damals zu den Missständen: Ursachen für den wirtschaftlichen Schaden seien neben dem objektiven Personalmangel im Amt und der individuellen Aufgabenwahrnehmung einzelner Personen auch strukturelle Mängel. Die Innenrevision schlug daher eine Zentralisierung des betroffenen Fachdienstes Wirtschaftliche Jugendhilfe vor. Und wie auch die CDU an, in letzter Konsequenz die Trennung von Sozial- und Jugendamt zu prüfen.
Mehr als ein Jahr wurden die Strukturen von externen Prüfern – der Hamburger „con_sens – Consulting für Steuerung und soziale Entwicklung GmbH“ analysiert. Die Empfehlung der Untersuchung: Die Ämter sollten nicht getrennt werden, die Gutachter halten das für den falschen Weg. Das Gutachten hat die Stadt Bremen rund 97.000 Euro plus Mehrwertsteuer gekostet.
Die Prüfer kommen zu dem Schluss, die Aufgaben seien häufig unklar verteilt, ebenso laufe die Kommunikation der senatorischen Behörden nicht gut. Darüber hinaus wird erklärt, beim Thema der Finanzen mangele es an Controlling. Dennoch vertreten die Hamburger Gutachter die Auffassung, die Jugend- und Sozialämter sollten nicht getrennt werden. So biete das Amt für Soziale Dienste laut Gutachten mitsamt dem Jugendbereich „(…) Unterstützung aus einer Hand.“ Dadurch – so heißt es – sei die Behörde zugunsten der Bürger flexibel und effizient. Zwei Attribute, die einigen Betroffenen als auch Politikern durchaus sauer aufstoßen könnten. Am kommenden Mittwoch wird das Gutachten Thema in der Sozialdeputation sein.





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