Spiegelglatte Straßen in Bremen am Samstagabend: Wo bleibt der Winterdienst?

Fahrzeuge kommen auch bei niedrigster Geschwindigkeit aufgrund der Glätte am Samstagabend in Bremen immer wieder ins Schlingern, beim Anfahren vor Ampeln drehen selbst bei bestens bereiften Pkw die Räder durch. Streufahrzeuge und Räumdienste? Weit und breit nicht zu sehen. Und das galt keinesfalls nur für die Außenbezirke oder Nebenstraßen, stattdessen ebenso für die Hauptverkehrsstraßen als auch die Innenstadt mitsamt umliegenden Straßen und Stadtteilen.

Der Wintereinbruch und das Wetter lassen nicht mit sich diskutieren. Doch die Glätte war absehbar und wurde von den Wetterdiensten lange zuvor kommuniziert. Verbleibt die Frage, weshalb darauf nicht ausreichend reagiert wurde und damit im Zusammenhang stehende Unfälle oder etwaige Stürze von Fußgängern gewissermaßen billigend in Kauf genommen wurden. Selbst die Hauptverkehrsstraßen wirkten derart unbehandelt, dass bereits Tempo 30 zur überhöhten Geschwindigkeit mutierte.

Klar ist, dass die Autofahrerinnen und Autofahrer in Bremen vorgewarnt waren und sinnvollerweise ihre Fahrzeuge hätten stehenlassen sollen. Obschon sie mit der extremen Glätte hätten rechnen müssen, war das aber nicht allen möglich. Nicht gerechnet hatte man allerdings damit, dass die Straßen im Bremer Stadtgebiet offensichtlich ihrem winterlichen Schicksal überlassen wurden.

Der Winterdienst auf Fahrbahnen wird von der Entsorgung Nord GmbH (ENO), dem Amt für Straßen und Verkehr (ASV) sowie dem Umweltbetrieb Bremen (UBB) durchgeführt. Grundlage dafür ist der Winterstreudienstkatalog. Dieser umfasst die Fahrbahnen der ersten Dringlichkeit. Das sind wichtige Hauptverkehrsstraßen und Strecken mit Buslinienverkehr mit über 600 Kilometern Netzlänge. Ebenfalls vorrangig wird der Winterdienst auf Fußgängerüberwege, stark begangene Flächen auf Plätzen und Brücken sowie Haltestellen durchgeführt. So zumindest die Theorie.

Ganz nebenbei fiel auf, dass auch manche Wohnungsunternehmen ihrer Pflicht des Winterdienstes gegenwärtig nicht nachkommen. So etwa beim vermeintlichen Bremer Vorzeigeprojekt Am Tabakquartier in Woltmershausen. Das Immobilienunternehmen LEG hatte sich soweit der Verantwortung und Überwachung der Dienstleister entzogen, dass den Mietern angesichts spiegelglatter Treppen und Wege keine andere Wahl blieb, als zur Eigeninitiative zu greifen.

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((Beitragsbild oben: Symbolbild Freepik))

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