Senat will Gesundheitswesen modernisieren

Über das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität stellt der Bund dem Land Bremen in den kommenden Jahren rund 941 Millionen Euro zur Verfügung. Davon sollen un 13,5 Millionen in sieben Modernisierungsmaßnahmen im Gesundheitswesen fließen.

Bis 2036 werden rund 6,4 Millionen Euro in die Laborausstattung des Landesuntersuchungsamtes für Chemie, Hygiene und Veterinärmedizin (LUA) Bremen investiert. Als Einrichtung der Daseinsvorsorge und des öffentlichen Gesundheitsdienstes untersucht das LUA amtlich entnommene Proben bei Lebensmitteln, Futtermitteln, verschiedensten Gewässern und Bedarfsgegenständen. Damit nimmt das Amt eine wichtige Position im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz ein, da bei der Erkennung und Abwendung von mikrobiologischen und chemischen Gefahren für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit eine effiziente und schnelle Untersuchung von Lebens- und Futtermitteln erforderlich ist.

Dafür sind amtlich anerkannte Untersuchungsmethoden und moderne Untersuchungstechnik zwingend notwendig. So sollen in diesem Jahr unter anderem Geräte zur Genomsequenzierung von bakteriellen Krankheitserregern, wie zum Beispiel Listerien, Salmonellen und Campylobacter, und zur Bestimmung von Quecksilber in (Trink-)Wasser und Lebensmitteln, Mikroskope und verschiedene Labor-Kleingeräte neu angeschafft oder ersetzt werden.

Hochsicherheit in der Psychiatrie

In der Abteilung für forensische Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Bremen-Ost gibt es aktuell sieben hochgesichertere Patientenzimmer, die über spezielles Mobiliar verfügen und von zwei Seiten aus begehbar sind. Zur Vermeidung eines Engpasses bei der Aufnahme neuer Patienten und um diese sicher behandeln zu können, werden ab 2026 acht normale Patientenzimmer zu sieben weiteren hochgesicherten Zimmern umgebaut.

Auch werden alle viel beanspruchten Türen wie Flur-, Stations- und Fluchttüren mit einer neuen elektronischen Schließung ausgestattet und die Batterieanlage für die Netzersatzanlage erneuert. Diese hält bei einem Stromausfall die Sicherheitsstromversorgung mindestens drei Stunden aufrecht. Bis 2028 werden dafür insgesamt 5,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Cybersicherheit und Pandemien

Um im Falle von (Cyber-)Angriffen auf Kritische Infrastruktur wie etwa Energieerzeuger oder Telekommunikationsunternehmen längerfristigen Unterbrechungen von E-Mail- oder telefonischer Erreichbarkeit vorzubeugen, werden Einrichtungen im Gesundheitsbereich (dazu zählen die Plankrankenhäuser, die Gesundheitsämter, der Hafenärztliche Dienst sowie das Gesundheitsressort) mit insgesamt 16 Satellitentelefonen ausgestattet. Angeschafft werden zudem sieben Rechner, mit denen als Verschlusssache eingestufte Informationen bearbeitet werden können. Hierfür werden 2026 und 2027 Mittel in Höhe von insgesamt 170.000 Euro eingesetzt.

Zur Stärkung der pandemischen Vorsorge, der Impfkapazitäten und der Krisenfestigkeit des Gesundheitsamtes Bremen werden in diesem Jahr 187.000 Euro in die bestehende technische Infrastruktur investiert. Konkret angeschafft beziehungsweise installiert werden unter anderem mehrere Ultratiefkühler, Tiefkühler und Kühlschränke für Impfstoffe und Medikamente, ein Notstromgenerator und eine satellitengestützte, netzunabhängige Internetanbindung.

Krankenhausinfrastruktur

Investiert werden zudem Mittel in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro in die Krankenhausinfrastruktur. So wird bis 2028 am Klinikum Bremen-Nord eine sogenannte BOS-Objektfunkanlage eingebaut. Dabei handelt es sich um ein digitales Funknetz für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), also für Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Technisches Hilfswerk, das eine abhörsichere, bundesweite und organisationsübergreifende Kommunikation ermöglicht. Zudem werden nach Ablauf der maximal zulässigen Laufzeit rund 9.000 Rauchmelder in den Häusern 3 und 4 des Klinikums Bremen-Mitte ausgetauscht.

Bildquelle: Fotolia

 

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert