Rote Karte für die Dienstwagen des Bremer Senats von der Umwelthilfe: Moosdorf positiv gegen den Trend
Der mediale Aufschrei ist groß, seit die Deutsche Umwelthilfe ihren Bericht zum „Dienstwagen-Check 2025“ veröffentlicht hat. Deutschlandweit wurden die Wagen von Spitzenpolitikern mit Blick auf den CO₂-Ausstoß verglichen. Indes einigen wie Innensenator Ulrich Mäurer in Sachen Umweltfreundlichkeit glatt rot verpasst wurde, ging Umweltsenatorin Kathrin Moosdorf von den Grünen als bundesweites Vorbild über die Ziellinie. Kein Wunder, sie verzichtet komplett auf einen Dienstwagen und íst stattdessen mit ihrem Dienstrad unterwegs.
In der Präambel der Deutschen Umwelthilfe heißt es: „Politiker*innen in Bund und Ländern, Vorstandsvorsitzende und Kirchenoberhäupter sind Vorbilder, wenn es um Umwelt und Klimaschutz geht. Wer sich für Klimaschutz einsetzt, selbst aber einen schweren „Spritfresser“ als Dienstwagen fährt, ist jedoch nicht glaubwürdig. Gehen die Verantwortlichen dagegen mit gutem Beispiel voran, untermauern sie damit ihre Bemühungen um den Klimaschutz.“ Bereits seit 2007 untersuche und bewerte die Deutsche Umwelthilfe die Dienstwagen von Personen mit Vorbildfunktion. Die immante Problematik in diesem Kontext ist allerdings, dass die Deutsche Umwelthilfe selbst immer wieder in der Kritik steht und von vielen als „unseriöser Abmahnverein“ bezeichnet wird.
Das allerdings ist für die vorgelegte Erhebung nicht weiter relevant, vielmehr scheinen die Zahlen zumindest vage aussagefähig. Zu den Resultaten zählt, dass Innensenator Mäurer den klimaschädlichsten Wagen – ein Modell mit Dieselantrieb – der Bremer Politiker fährt, Finanzminister Björn Fecker mit einem Elektrofahrzeug das emissionsärmste. Bürgermeister Andreas Bovenschulte ordnet sich mit einem Hybridwagen gewissermaßen im Mittelfeld ein.
Voraussetzung für die Auszeichnung mit einer „Grünen Karte“ ist die Einhaltung des seit 2025 geltenden CO2-Grenzwertes von 93,6 Gramm pro Kilometer im realen Betrieb. Für den Erhalt einer „Gelben Karte“ darf der untersuchte Dienstwagen diesen Grenzwert bis zu 20 Prozent überschreiten. Ab 20 Prozent Überschreitung (> 112,3g CO2/km) im Realbetrieb vergibt die DUH die „Rote Karte“.
Tatsächlich fahren deutsche Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker weiter mehrheitlich mit klimaschädlichen Dienstwagen. Sieben von elf bewerteten Bundesministerinnen und -ministern erhielten eine rote Karte – im Vorjahr waren es sieben von neun. Damit zeichnet sich trotz fortschreitender Klimakrise im Bundeskabinett auch nach dem Regierungswechsel kein nennenswerter Umstieg auf sparsame Dienstwagen ab. Spitzenreiter im negativen Sinne: Der Benziner vom bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder stößt mit 292 Gramm pro gefahrenem Kilometer am meisten CO2 aus.
Schlussendlich müssen die Resultate aus mehrern Gründen mit kritischer Distanz interpretiert werden. So ist beispielsweise nicht ersichtlich, in welchem Modus die Politiker Hybridfahrzeuge bei Kurzstrecken nutzen. Auch taucht in der Erhebung die Tatsache nicht auf, dass diverse Spitzenpolitiker mehrere Fahrzeuge nutzen und andere wiederum sogar Fahrgemeinschaften bilden. Fakt ist: Kathrin Moosdorf sorgt deutschlandweit für Beachtung. Eine unbedingt positive Nachricht aus dem hanseatischen Norden.





Freepik / BremenNews



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