Rhododendronpark in Bremen-Horn spürt den Klimawandel aufgrund zu früh einsetzender Blütezeit

Bereits seit Anfang des Jahres steht Bremen ganz im Zeichen der Natur. Mit durchschnittlich sechzig Quadratmetern Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen pro Person bietet die Wesermetropole mehr grüne Flächen als andere deutsche Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern. Zu den eindrucksvollen Beispielen gehört der Rhododendronpark, der auch dann florale Faszination verspricht, wenn nicht gerade die namensgebenden Pflanzen im Mittelpunkt des Blütenmeers stehen. 

Doch auch der kämpft mit den Auswirkungen der in diesem Jahr viel zu früh eingetretenen Hitzeperiode. Es blüht wie verrückt im Park, doch die Trockenheit und Wärme der vergangenen Wochen sorgt gewissermaßen für einen sich verschiebenden Blütenkalender. Für das Ökosystem von Blumen und Sträuchern bis hin zu den Insekten wird das als fatal bezeichnet. Das ganze System gerät offensichtlich aus den Fugen.

So werden die Pflanzen in den Morgenstunden – wie üblich – von unten bewässert; allerdings musste diese Maßnahme in diesem Jahr so früh wie noch nie ergriffen werden. Dass es nun immer wieder Regenperioden gibt, ändert an der Situation herzlich wenig, da auch die sich keinesfalls innerhalb der Zeitzonen der Vergangenheit bewegen und ebenfalls zunehmend extremer werden. Die Feuchtigkeit wird aufgrund der zuvor herrschenden Trockenheit nicht in den oberen Böden gespeichert.

Bereits vor einigen Wochen hatten die Betreiber empfohlen, mit einem Besuch nicht allzu lange zu warten, da die verfrühte Blüte selbstredend zur Folge hat, dass die Pracht der Rhododendren alsbald nicht mehr vorhanden sein wird. Und so ist es denn auch. Unbesehen dessen zeigen sich jedoch aktuell zahlreiche andere Pflanzen in ihrer vollen Schönheit. Wer in diesen Tagen durch die Parkanlagen schlendert, wird mit floralen Impressionen belohnt, die weiterhin ihresgleichen suchen.

Wunderbare Blüten im Rhododendronpark auch abseits der namensgebenden Pflanzen

Wunderbare Blüten im Rhododendronpark auch abseits der namensgebenden Pflanzen

Einher geht mit der gegenwärtigen Klimalage, dass etwa die Bäume im Park anfälliger gegen Schädlinge werden. So wurden von den Landschaftspflegern bereits Maßnahmen ergriffen, mit denen die teils majestetischen Bäume gegen Befall geschützt werden sollen. Ebenso wurden im Rhododendronpark seit längerer Zeit Informationstafeln aufgestellt, mit denen auf diese Problematik hingewiesen wird.

Tatsächlich dürften die Warnungen für einige Leser befremdlich bis verstörend wirken. Immerhin regnet es in Bremen augenblicklich in Strömen. Nur geht es eben nicht um kurzzeitige Feuchtigkeit, stattdessen um ein Gleichgewicht, das derzeit aus den Fugen zu geraten scheint. Und da soll nun auf den unterschiedlichsten Ebenen gegengesteuert werden. Umso sinnvoller, als der Rhodendronpark seit vielen Jahrzehnten ein deutschlandweites Vorbild ist.

Florale Faszination im Botanischen Garten

Florale Faszination im Botanischen Garten

Der Rhododendron-Park und Botanische Garten ist kein öffentlicher (d.h. städtischer Park) mehr. Es handelt sich vielmehr um einen öffentlich zugänglicher Park, der von einer privaten Stiftung betrieben wird. Da sich die Stiftungsgründer dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen, wird kein Parkeintritt erhoben. Die Stiftung Bremer Rhododendronpark ist daher auf die finanzielle Unterstützung der Parknutzer in Form von Spenden etwa durch Baumpatenschaften angewiesen. Nur so kann der Park dauerhaft und hochwertig unterhalten werden. Der Park ist und bleibt einzigartig. Wir sollten nicht vergessen, dass die Blütenpracht auch irgendwie bezahlt werden muss.

Natur pur mitten in Bremen-Horn mit unvergleichlicher Artenvielfalt

Natur pur mitten in Bremen-Horn mit unvergleichlicher Artenvielfalt

 

 

 

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