Realitäten statt Spekulationen in Bremen: Nach Mäurer kündigt auch Aulepp ihren Rücktritt an
Die Spekulationen um einen möglichen Rücktritt von Bremens Bildungssenatorin Sascha Aulepp waren eigentlich nur noch zur Frage nach dem Zeitpunkt geworden. Nun hat die SPD-Politikerin anlässlich einer Pressekonferenz zum Start des neuen Kita-Jahres Nägel mit Köpfen gemacht und ihren Rücktritt angekündigt. Nach dem Rückzug von Innensenator Ulrich Mäurer scheinen im Bremer Senat die personellen Dominosteine in Reihe umzufallen. Doch wie für Mäurer scheint auch die Nachfolge für Aulepp bereits festzustehen. Und Bürgermeister Andreas Bovenschulte kommentiert die Entwicklung bislang ungewohnt wortkarg.
Die Parteivertreter reagieren je nach Couleur gewohnt bedauernd oder polemisch nachtretend. So bezeichnet die CDU-Fraktionsvorsitzende Wibke Winter den Rücktritt als „(…) Ausdruck der tiefen Krise des Systems Bovenschulte“. Ein derartiger Seitenhieb war erwartbar, schließlich hat sie selbst Ambitionen darauf, in der nächsten Legislaturperiode als Bürgermeisterin an der Spitze des Bremer Senats zu stehen. Aus den Reihen der FDP verlautet nicht minder hämisch, der Rücktritt von Frau Aulepp sei „(…) die einzig logische Konsequenz einer katastrophalen Amtszeit“. Demgegenüber bedauert die Linke den Schritt und insbesondere die Umstände, die dazu geführt hatten, und verweist auf die zahlreichen Probleme, mit der die SPD-Politikerin an der Ressortspitze umzugehen hatte.
Dass es schon seit längerer Zeit rumort, ist keine neue Erkenntnis. So musste Aulepp sich 2024 einem Misstrauensantrag der CDU stellen, der aber schlussendlich nicht durchkam und folglich der Opposition ebenso schadete wie der damals angezählten Senatorin. Durchaus ungewöhnlich aber ist, dass Bürgermeister Bovenschulte in den letzten Tagen ein klares Bekenntnis zu ihr vermied, was ebenso Fragezeichen aufkommen lässt. Immerhin könnte das mindestens zweierlei bedeuten. Entweder stand und steht er nicht mehr hinter seiner Parteikollegin oder er war bereits über den beabsichtigten Schritt informiert.
Auf die zweite Variante deutet inzwischen hin, dass – wie auch bei Ulrich Mäurer – die nächste Personalie schon festzustehen scheint. So gilt der 58-jährige ehemalige Staatssekretär Mark Rackles als designierter Kandidat für das Amt des Bildungssenators. Auch hinter dieser potenziellen Neubesetzung soll das Bemühen stehen, die SPD-Senatsriege vor der nächsten Bürgerschaftswahl zu erneuern und damit die Chancen als Regierungspartei in Bremen auch in der folgenden Legislaturperiode zu sichern.
Schließlich hatte sich auch Mäurer in diese Richtung geäußert, der seiner Nachfolgerin ausreichen Zeit geben möchte, um vor der Wahl 2027 ausreichend Akzente zu setzen. Was verwundert, ist die Tatsache, dass seine voraussichtliche Nachfolgerin, die ehemalige Wehrbeauftragte des Bundestags Eva Högel, ebenso wenig hanseatische Erfahrung mitbringt wie Mark Rackles. Die angepeilte Erneuerung wird demnach kaum aus den bremischen Reihen kommen. Futter für weitere Spekulationen, allerdings auch willkommenes Futter für die Oppositionsparteien.










CSD Bremen / BremenNews
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