Rattenplage in Großstädten wie Bremen – Studie liefert Gründe und Antworten
Dass es in Bremen ein Rattenproblem gibt, sorgt immer wieder für Diskussionen. So wurde auch bereits im Januar des Jahres in der Bremer Bürgerschaft erneut darüber debattiert, was der überproportionalen Population entgegengesetzt werden kann. Eine internationale Studie betont die Dringlichkeit.
Ebenso erklärte der Stadtteilbeirat Gröpelingen 2024, der Stadtteil im Bremer Westen erlebe eine Rattenplage und forderte per Beschluss eine systematische Bekämpfung der Nager. Die Sichtungen hatten sich gehäuft. Das zuständige Gesundheitsressort hingegen sah keinen unmittelbaren Handlungsbedarf und ließ verlauten, spezifische Stadtteile könnten nicht hervorgehoben werden.
Tatsache bleibt, die Anzahl der Ratten insbesondere im urbanen Raum nimmt kontinuierlich zu. Wo allerdings auf den ersten unkundigen Blick eine Verwahrlosung der Wohnquartiere vermutet wird, belegt nun eine internationale Studie, die hauptsächlichen Gründe für den Anstieg der Rattenpopulation insbesondere in Städten mit dichter Bevölkerung und stärkerer Urbanisierung.
Steigende Temperaturen und hohes Nahrungsangebot
Laut der wissenschaftlich verifizierten Studie gibt es vor allem zwei vordringliche Faktoren in Ballungsräumen. Der erste sind die steigenden Temperaturen aufgrund der Klimaerwärmung, die bei den Ratten für saisonal verlängerte Aktivitätsperioden sorgen. Sobald die Temperaturen zurückgehen, ziehen die Nager sich instinktiv zurück. Der ihnen zur Verfügung stehende Zeitraum wird jedoch kontinuierlich länger.
Der zweite Grund ist das erhöhte Nahrungsangebot, das bei steigender Bevölkerungsanzahl durch Lebensmittelreste, Fäkalabfälle und weitere organische Stoffe zwangsläufig ansteigt. Auch dadurch werde die Dauer der Aktivität über das Jahr gesehen mit der Folge ausgeweitet, dass die Nager sich naturgemäß vermehren werden.
Versiegelte Innenstädte bieten optimale Lebensbedingungen
Die Erhebung zur Rattenpopulation in großen Städten stammt von einem Forschungsteam in den USA, das über etwa zwölf Jahre Daten in 16 vielfrequentierten Städten weltweit gesammelt und ausgewertet hatte. Neben dem Temperaturanstieg in den großflächig versiegelten Innenstädten mit dichter Bebauung und den gleichwohl zunehmenden Lebensmittelabfällen werden vor allem die zahlreichen Rückzugsräume wie etwa Keller, Bahnhöfe oder die Kanalisation aufgezählt, die den städtischen Raum zum idealen Lebensraum für Ratten machen.
Die Sichtung von Ratten ist in Bremen nicht meldepflichtig. Tatsächlich aber verursachen die Nager Schäden an der städtischen Infrastruktur. So etwa dadurch, dass sie an elektrischen Kabeln nagen und im Zweifelsfall Teile der Infrastruktur lahmlegen können oder unter Fundamenten Tunnel graben und somit die Statik beeinträchtigen. Hinzu kommen beispielsweise die Verunreinigung von Lebensmittelvorräten und die Übertragung von Infektionskrankheiten als Wirt, von der auch Menschen betroffen sein können.
Nachhaltige Konzepte für Populationskontrolle gefordert
Um nicht in der Kurzfristigkeit der Maßnahmen zu versinken, so die allgemeine Sichtweise von Bürgerinnen und Bürgern, sind die Politik und die Verwaltung gefordert, städtische Strategien zur langfristigen Kontrolle der Ratten mit nachhaltigem Methoden zu entwickeln. Indes der Klimawandel sich nur auf internationaler Ebene regulieren lässt, kann mit der veränderten urbanen Architektur vor Ort und weiteren Maßnahmen weitsichtig Einfluss genommen werden.








Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!