Privatverschuldung in Bremerhaven am höchsten – Vor allem ältere Bürger betroffen

18. 11. 2019 um 15:06:06 Uhr | BremenNews-Redaktion
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Bremerhaven hat die höchste Verschuldungsquote von allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands. Das belegt der „Schuldner Atlas“, eine am 14. November veröffentlichte Studie der Wirtschaftsauskunftei „Creditreform“. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Prozentsatz somit leicht an. In ganz Deutschland stieg vor allem die Zahl der Überschuldeten ab einem Alter von 50 Jahren deutlich an.

Mit 21,67 Prozent hat Bremerhaven die höchste Verschuldungsquote von allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland. Dies geht aus dem „Schuldner Atlas 2019“ der Wirtschaftsauskunftei „Creditreform“ hervor. Die Stadtgemeinde Bremen rangiert mit einer Verschuldungsquote von 12,53 Prozent 47 Plätze hinter Bremerhaven. Somit weist das Land Bremen mit einer Quote von 14,02 Prozent von allen Bundesländern den größten Anteil an verschuldeten Personen (über 18 Jahren) auf. Dicht gefolgt von Berlin und Sachsen-Anhalt, die im Gegensatz zu Bremen Ihre Verschuldungsquoten gegenüber dem Vorjahr leicht senken konnten. Bundesweit liegt die Verschuldungsquote bei 10 Prozent. Die niedrigste Verschuldungsquote hat Bayern. Die 20 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland mit der geringsten Verschuldungsquote liegen alle in Bayern.

Menschen ab 50 Jahren besonders betroffen

Auffällig und besorgniserregend sei, laut Studie, der Anstieg der Überschuldung in den älteren Bevölkerungsgruppen ab 50 Jahren in ganz Deutschland. Rund 381.000 Menschen ab 70 Jahren sind in Deutschland 2019 überschuldet. Das sind 118.000 Menschen mehr, als noch im vergangenen Jahr. Die nächstjüngere Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen zählt aktuell rund 641.000 Überschuldungsfälle in Deutschland. Große Teile beider Altersgruppen gehen einer Erwerbstätigkeit im Rentenalter nach und arbeiten häufig im Rahmen geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse, um fehlende Mittel zur Sicherung des Lebensunterhaltes zu beschaffen. In der Langfristperspektive zeigt sich, dass die Zahl geringfügig Beschäftigter (2003 bis 2019: + 32 Prozent), insbesondere im Alter von über 60 Jahren (+ 72 Prozent), deutlich angestiegen ist.

Ältere entkommen der Schuldenspirale nur schwer

Generell entkommen ältere Menschen der Überschuldung nur wesentlich schwerer als die jüngere Generation, heißt es in der Studie. Während die jüngere Generation Armut häufig als vorübergehenden Lebensabschnitt begreife und eine Perspektive sehe, um sich aus der Einkommensarmut herauszuarbeiten, sei die bei älteren Menschen häufig nicht der Fall. Mit Eintritt des Ruhestands sinken die Chancen, sich aus der Verschuldung zu befreien.

Rentenreformen haben dazu beigetragen

Der Trend sei auch vor dem Hintergrund der Rentenreformen der vergangenen zwanzig Jahre einzuordnen. Diese zielten fast durchweg auf eine Senkung des Sicherungsniveaus der gesetzlichen Rente ab, um den Beitragssatz zu stabilisieren. Zudem führten Arbeitsunterbrechungen, das Anwachsen des Niedriglohnsektors sowie eine Zunahme der versicherungsfreien Beschäftigung mit geringem Entgelt zu einer prekären Einkommenslage im Alter.

Mehr Informationen zur Studie und den Ergebnissen gibt es hier.




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