„Polarstern“ ist nach Expedition zurück – Empfang durch Bürgermeister und Wissenschaftssenatorin

13. 10. 2020 um 11:57:29 Uhr | BremenNews-Redaktion
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In Bremerhaven traf am gestrigen Montag, 12. Oktober, gegen 10 Uhr das Forschungsschiff „Polarstern“ ein. Damit fand die MOSAiC-Expedition, die bislang größte zur Erforschung der Arktis, nach 389 Tagen ihren Abschluss. Sie wurde vom Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) durchgeführt. Begrüßt wurden die Rückkehrer von Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte (SPD) und Wissenschaftssenatorin Dr. Claudia Schilling (SPD) sowie der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek (CDU).
 
„MOSAiC ist eine einzigartige, noch nie dagewesene Expedition über die Dauer von über einem Jahr, die in Bremerhaven ihren Anfang genommen hat und auch hier endet. Hier ist sie geplant worden, hier ist sie vorbereitet worden und hier werden die Daten ausgewertet. Für künftige Expeditionen ist es unabdingbar, dass für das derzeitige Schiff, das über Jahrzehnte treue Dienste geleistet hat, nun zügig ein adäquater Ersatz geschaffen wird, der den Erfordernissen der modernen Wissenschaft und den Herausforderungen in den Extremregionen der Erde in allen Situationen gewachsen ist“, teilt Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte mit.
 

Erkenntnisse zum Klimawandel sollen der politischen Entscheidungsfindung dienen

Wissenschaftssenatorin Dr. Claudia Schilling erklärt: „Wir sind stolz darauf, ein solch internationales wissenschaftliches Schwergewicht, wie das AWI, seit Jahrzehnten zu fördern und zu unterstützen. Bei der MOSAiC-Expedition hat es sich nicht um eine abstrakte Forschungsfahrt gehandelt, sondern es wurde nach wissenschaftlichen Erkenntnissen für eine Vielzahl von Fragestellungen geforscht, die für uns alle von großer Bedeutung sind. So wurden beispielsweise grundlegende Daten über den Klimawandel gesammelt, die dann später auch die Basis für wichtige politische Entscheidungen bilden können.“
 

Expedition trotzte auch der Corona-Pandemie

Es war das allererste Mal, dass sich bei der MOSAiC-Expedition ein Eisbrecher im Winter im Umkreis des Nordpols aufhielt und so umfangreiche Klimadaten von internationalen Forschern im Gebiet gesammelt wurden, das unter dem Klimawandel am meisten zu leiden hat. Festgefroren an einer Eisscholle hielten sie extremer Kälte, arktischen Stürmen, einer sich permanent wandelnden Eisscholle und zusätzlich den Herausforderungen der Corona-Pandemie stand.

442 Personen und über 80 Institutionen aus 20 Nationen nahmen an der Forschungsexpedition teil. Die beteiligten Wissenschaftler kamen aus 37 Ländern. Sie einte das Ziel, die komplizierten Wechselwirkungen im Klimasystem zwischen Atmosphäre, Eis und Ozean zu erforschen und genauer in Klimamodellen abzubilden. Auch das Leben in der Arktis konnte dabei erforscht werden.

Gespickt mit den gesammelten Eindrücken kehrten sie nun aus der sich verändernden Arktis zurück und haben einen beispiellosen Datenschatz im Gepäck. Diesen zu analysieren und entsprechende Erkenntnisse daraus zu gewinnen, wird die Aufgabe einer kompletten Generation von Klimaforschern sein. Obwohl mit dem Aufkommen der Corona-Pandemie weltweit sämtliche Expeditionen auf Eis gelegt wurden, gelang es, MOSAiC erfolgreich weiterzuführen.
 

Ganzer Jahreszyklus der Arktis wurde erforscht

Sowohl die breite Unterstützung der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft als auch der große Aufwand, der vom MOSAiC-Team betrieben wurde, ermöglichten dies. Für einen kurzen Zeitraum war die „Polarstern“ im Frühsommer gezwungen, die Eisscholle zu verlassen. Allerdings nahmen unabhängige Stationen auch dann Messungen wesentlicher Parameter vor.

Vier Wochen später setzte ein neues Team die Tätigkeit auf der Eisscholle bis zuletzt fort. Schließlich gelangte die Scholle planmäßig an den Eisrand östlich von Grönland und zerbrach durch das Wirken von Dünung und Wellen. Als letztes wurde das Gefrieren des Eises zum Ende des Sommers beobachtet, wozu die „Polarstern“ tief in den Norden vordrang,

Am Nordpol angekommen befestigte die Expedition das Schiff in dessen Nähe an einer zweiten Eisscholle. Erfüllt wurde damit der Zweck, den ganzen Jahresverlauf des Epizentrums des Klimawandels exakter als je zuvor zu untersuchen. Davon versprechen sich die Forscher, das Wissen um das Klimasystem der Erde und seine Wandlungen um einen bedeutenden Schritt voranzubringen.
 
Bild: Nach der größten Arktisforschungsexpedition legte das Forschungsschiff „Polarstern“ gestern im Heimathafen in Bremerhaven an. Bildquelle: NonstopNews




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