Vielfältige Bewerber für vielfältige Aufgabenbereiche: Neuer Polizei-Ausbildungsjahrgang feierlich in Bremer Glocke vereidigt
Im Beisein von Innensenator Ulrich Mäurer sowie Vertreter aus der Bremischen Bürgerschaft wurden gestern, am 15. Mai, in der Glocke insgesamt 187 angehende Polizistinnen und Polizisten von Polizeipräsident Dirk Fasse vereidigt.
Insgesamt hatten sich bei der Polizei 1.073 Personen beworben. Davon wurden schließlich 61 Frauen und 126 Männer ausgesucht, die bei allen Tests besonders gut abgeschnitten hatten.
Bereits im vergangenen Oktober nahm die erste größere Gruppe ihr Studium an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung auf. Im Rahmen eines zweiten Einstellungstermins haben dann am 1. April dieses Jahres weitere Anwärter mit ihrer Ausbildung begonnen.
Der Großteil des neuen Jahrgangs stammt aus dem niedersächsischen Umland oder aus Bremen. Weitere Bewerber sind aus Schleswig-Holstein, Hessen, Bayern oder Hamburg in die Freie Hansetadt gekommen. Manche haben familiäre Wurzeln etwa in der Türkei, in Pakistan, in den USA, in Russland, Japan, Afghanistan oder im Libanon.
„Die neuen Kolleginnen und Kollegen bringen sehr unterschiedliche Lebenserfahrungen und Hintergründe mit. Diese Vielfalt ist absolut wertvoll für uns“, betonte Innensenator Mäurer bei der Vereidigung. Immerhin seien auch die polizeilichen Felder, die in Bremen und Bremerhaven zu bewältigen sind vielfältig.
Von Blechschäden über Clan-Kriminalität und Trick-Betrügereien bis hin zu Cyberkriminalität
„Ja, sie werden künftig auch mit Blechschäden nach Unfällen, mit Nachbarschaftsstreitigkeiten oder Fahrradkontrollen zu tun haben. Aber sie werden auch Kriminalitätsphänomene bekämpfen müssen, die es in der Regel nicht in ländlichen Gebieten gibt“, so der Innensenator weiter. Mit ausgeklügelten Betrügereien, Menschenhandel, Clan- und Drogenkriminalität, mit Fußballeinsätzen und Großdemonstrationen würden es die neuen Kollegen ebenfalls zu tun bekommen.
„Wir haben aktuell multiple, sich überlagernde Krisen, die sich auch im Demonstrationsgeschehen widerspiegeln. Wir stellen zudem eine Internationalisierung der Kriminalität fest. Stichworte Kinderpornografie oder Cyberkriminalität. Auch das gesellschaftliche Klima hat sich verschärft. So hat sich auch die sogenannte politische Kriminalität in den vergangenen Jahren verdoppelt. Extremisten versuchen, unsere Demokratie zu untergraben – von links wie von rechts.“
Zugleich betonte Mäurer, dass die Polizei weiter anwachsen werde: „Wir wollen mittelfristig in Bremen im Jahr 2027 eine Zielzahl von 3.100 Beschäftigte bei der Polizei Bremen und in Bremerhaven eine Zielzahl von 580 erreichen. Dafür sind die Weichen gestellt.“
Sinnstiftender Beruf
Bremens Polizeipräsident Dirk Fasse betonte, wie wichtig es sei, dass sich junge Menschen „in dieser Zeit entscheiden, für unsere Demokratie einzustehen. Dafür haben sie meinen Respekt.“ So ist der jüngste Anwärter gerade einmal 18 Jahre alt, der älteste 40. Volker Ortgies, Direktor der Ortspolizeibehörde Bremerhaven, sprach davon, dass die Polizei in der Gesellschaf als Vorbild gelte. Sein Wort an die Anwärter richtend sagte er:
„Sie haben damit die Chance, den Menschen die Demokratie näher zu bringen und die Rolle der Polizei, die Rechte des Einzelnen sowie die Gewaltenteilung den Bürgerinnen und Bürgern aber auch im Freundes- und Familienkreis zu erklären.“
In ihrer dreijährigen Ausbildung sollen die neuen Polizisten auf ihren späteren Berufsalltag vorbereitet werden. Einen großen Raum in der Ausbildung nehme das Thema Deeskalations-Strategien ein, da in vielen Situationen der richtige Ton und das richtige Auftreten eine explosive Lage entschärfen könnten.
Auch Fortbildungsprogramme gehörten dazu, in denen die demokratische Widerstandskraft gefördert werde. Nach Überzeugung von Innensenator Mäurer liegt die Stärke der Polizei in der guten Teamarbeit, in der sich jede und jeder auf die anderen verlassen könne: „Sie erwartet ein Beruf, der absolut Sinn stiftend ist.“
Bild ganz oben: 187 Personen haben sich in Bremen erfolgreich um einen Ausbildungsplatz bei der Polizei beworben.
Bildernachweis: Innenressort











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