Nächster Versuch Klein-Manhatten in Bremen-Osterholz mit umfassenden Sanierungen zu reanimieren

Das Bremer Quartier in Osterholz-Tenever war seit Entstehung als öffentlich geförderter Wohnungsbau ab 1973 immer ein hoffnungsvolles, aber auch problematisches Projekt mit extremem sozialen Gefälle. Immer wieder gab es seither Versuche, das Wohngebiet neu zu beleben, allerdings mit zweifelhaftem Erfolg. Die Bindungsfrist endete bereits im Jahr 2009. Jetzt wird ein neuer Versuch mit umfassender Restrukturierung gestartet.

Indes die ersten Mieterinnen und Mieter sich nach dem Erstbezug der Gewoba-Hochhäuser in einer hoffnungsvollen Wohnsituation und Zukunftsperspektive des sozialen Wohnungsbaus wähnten, ging das Image von „Klein Manhatten“ rapide bergab. Doch das Gebiet rund um die Neuwieder Straße nahe des Weserparks war und ist zu vielfrequentiert, um es fallen zu lassen. Gegenwärtig werden etliche Gebäude saniert. Auch entsteht im Objekt Neuwieder Straße 1 mit dem „OTe“ ein neuer Supermarkt. Geplant ist die Fertigstellung für das Frühjahr 2027.

Obschon die Hochhäuser zwischen dem Bultensee, dem später – 1990 – entstehenden Weserpark, der Gesamtschule Ost und dem Schweizer Viertel als sozialer Wohnungsbau über die Gewoba angelegt waren, erwiesen sich die Mieten keinesfalls als günstig. Beabsichtigt war damit ein homogener Mix der Gesellschaftsschichten. Der kam jedoch schnell an seine Grenzen, auch aufgrund der Tatsache, dass es vergleichsweise viele Angsträume mit vermeintlich moderner Architektur und schlechter Beleuchtung gab. Die Hochhäuser in Osterholz-Tenever avancierten zum sozialen Brennpunkt.

Die Stadt Bremen und die Wohnungsbaugesellschaft Gewoba haben die Problematik wiederholt bei den Wurzeln gepackt und nach entsprechenden infrastrukturellen als auch baulichen Lösungen gesucht. Eigentlich ist es ein kontinuierlicher Prozess der Stadtentwicklung. Konkret erfolgt bereits seit einigen Monaten eine Neuaufstellung. Geschaffen werden soll mit den neuen Gebäuden ein „neues Entree für OTe“. Ebenso werde eine eklatante Lücke in der Nahversorgung im Quartier geschlossen. Auf der ehemaligen Rückbaufläche an der Neuwiederstraße baut die GEWOBA zwei viergeschossige Gebäude rund um einen begrünten Hügel. Im Erdgeschoss ist auf einer rund 1.500 Quadratmeter großen Verkaufsfläche ein Supermarkt für einen Vollsortimenter sowie eine Bäckerei mit Café geplant. Zugleich wird das gegenüberliegende Wohngebäude in der Neuwieder Straße 3 umfassend und energetisch saniert.

Der Stadtteil befindet sich weiterhin im Wandel. Es ist einer, der sich inzwischen über mehr als ein halbes Jahrhundert und mehrere Generationen zieht. Die aktuelle Restrukturierung könnte ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung sein. Auf alle Fälle sind die Pläne durchaus ambitioniert. Der Spatenstich ist längst – auch unter Anwesenheit der Bremer Bausenatorin Ünsal – erfolgt. Bleibt abzuwarten, ob der Stadteil die Zeichen der Zeit erkennt und im gegenseitigen Miteinander umsetzt.

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((Beitragsbild: Spatenstich für die neuen Gebäude mit integriertem Supermarkt für die Nahversorgung in Osterholz-Tenever))

 

 

 

 

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