NABU sucht helfende Hände für Krötenzaun in Woltmershausen

Kaum steigen die Nachttemperaturen regelmäßig über die Fünf-Grad-Marke, startet auch die
Krötenwanderung an der Senator-Apelt-Straße in Woltmershausen. Die meiste Zeit des Jahres
verbringen die Tiere in Gärten und auf Bachflächen am Tabakquartier, aber mit der
Fortpflanzungszeit im Frühling setzt die Wanderung zum Laichgewässer ein. 

„Kröten sind Gewohnheitstiere“, erklärt Florian Scheiba vom NABU Bremen. Sie suchen zum Laichen immer das
Gewässer ihrer eigenen Geburt auf. „Leider kreuzt aber inzwischen die Senator-Apelt-Straße den
Wanderweg. Deshalb fangen wir die Kröten in jedem Frühling mit einem Zaun ab und tragen sie
über die Straße“, so der NABU-Mitarbeiter. Sie würden sonst schnell überfahren oder schwer
verletzt.

Für drei bis sechs Wochen sucht der NABU noch Betreuer für den Krötenzaun, um die bis zu
acht jetzigen Helferinnen pro Tag zu entlasten. Mit sinkenden Temperaturen am späten Abend
treffen sich die Ehrenamtlichen am Zaun, sammeln die Tiere aus den Auffangeimern und zählen sie
dabei. Auf der anderen Straßenseite werden sie wieder frei gelassen. „Oft sind es schon
Doppelpacks“, berichtet Scheiba, denn die kleineren Männchen krallen sich am Weibchen fest, um
beim Befruchten des Laichs im Wasser die schnellsten zu sein. Doch vor dem Krötentaxi kommt noch der Aufbau des Zauns. Am 1. März ab 10 Uhr ist Treffpunkt an der Ecke Senator-Apelt-Str./ Am Tabakquartier. Arbeitsgerät ist zwar vorhanden, trotzdem ist der eigene Spaten gern gesehen. Auskunft gibt Florian Scheiba per E-Mail Florian.Scheiba@NABU-Bremen.de.

Population sinkt dramatisch

Erstmals baute der NABU den Krötenzaun in Woltmershausen im Jahr 2016 auf. Von den 1.100 Meter Länge sind inzwischen nur noch 800 übrig aufgrund der Entwicklung des Tabakquartiers. Etwa 3.000 Tiere wurden im ersten Jahr gezählt, doch schon im Folgejahr war es nur noch die Häfte, im vergangenen Jahr etwa 200. „Neben dem Verlust von Lebensraum verstärkt vermutlich die Trockenheit der Jahre 2018 bis 2022 den Einbruch der Population“, begründet Florian Scheibadie Bestandsabnahme. Seit das Tabakquartier wächst, finden die Helfer die Mehrzahl der Tiere in Höhe der Kleingartenanlage. „Trotzdem ist die Population ein wichtiger Ausgangspunkt für eine erneute Ausbreitung und muss deshalb besonders geschützt werden“, weist der NABU-Experte
auf die Bedeutung der Aktion hin.

Helfen kann jeder den Kröten, nicht nur in Woltmershausen. Der Luftsog von fahrenden Autos wirkt nämlich auch zwischen den Rädern, daher: Je langsamer ein Fahrzeug fährt, am besten Schritttempo, desto mehr sinkt die Verletzungsgefahr. Deshalb bittet der NABU auf der Senator-Appelt-, aber auch anderen
Straßen mit Krötenwanderung um Rücksicht durch reduziertes Tempo. Besonders gravierend ist laut NABU der Verlust von Weibchen, denn eine Laichschnur enthält bis zu 4.000 Eier.

Bild: Das Krötentaxi: Die kleineren Männchen krallen sich am Weibchen fest, um beim Befruchten des Laichs im Wasser die schnellsten zu sein. Bildquelle: Beate Seelmann-Eggert /NABU

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