Modellprojekt: Mehr Hebammen und Pflegekräfte für Bremen

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung

Seit Anfang Februar läuft auf den beiden Geburtshilfestationen im Krankenhaus St. Joseph-Stift Bremen ein in der Bundesrepublik einzigartiges Modellprojekt. Durch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen sollen Pflegekräfte und Hebammen gewonnen werden, die aus dem Beruf ausgestiegen waren oder ihre bisherige Arbeitszeit aufstocken möchten.

In der Pflege ist der Personalmangel inzwischen deutlich spürbar. Dabei könnten den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern im Land Bremen bis zu 1.500 ausgebildete Pflegefachkräfte mit Berufserfahrung zusätzlich zur Verfügung stehen – sollten sich die Arbeitsbedingungen verbessern.

Auch aus der bundesweiten Studie „Ich pflege wieder, wenn…“ von 2021 geht hervor, dass sich Pflegekräfte, die ihren Beruf gewechselt haben, vorstellen könnten, zur Pflege zurückzukehren. Jene, die in Teilzeit arbeiten, hatten angegeben unter besseren Umständen bereit zu sein, mehr Stunden zu Arbeiten.

Durchgeführt wurde die Studie von der Arbeitnehmerkammer Bremen, der Arbeitskammer des Saarlandes und der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Aus den Ergebnissen zieht Bremen nun Konsequenzen und hat im St. Josef Stift auf den beiden geburtshilflichen Stationen das Modellprojekt „Ich Pflege wieder, weil…“ eingeführt.

Klares Bekenntnis für die Zukunft des Gesundheitswesens

Um im Kreißsaal und auf den Wöchnerinnenstationen eine Basis für das Projekt zu schaffen, geht es im ersten Schritt erst einmal darum eine eingehende Lageanalyse, eine umfassende Mitarbeiterbefragung und eine detaillierte Erhebung der Personalkennzahlen durchzuführen.

Darauf aufbauend können dann Maßnahmen entwickelt und in die Umsetzung gebracht werden. Zum Maßnahmenplan gehören unter anderem die Anpassung von Dienstvereinbarungen zur Personalbemessung und zum Ausfallmanagement, sowie die Schaffung einer „Zukunftswerkstatt Geburtshilfe“.

In der Zukunftswerkstatt sollen Fortbildungskonzepte entwickelt, der interprofessionelle Austausch gefördert und Schnittstellen zwischen den Berufsgruppen gestärkt werden, um eine wertschätzende Unternehmenskultur weiterzuentwickeln. Spezielle Schulungen für Führungskräfte, regelmäßige Supervisionen zum Gesunderhalt und die feste Implementierung kollegialer Beratung sollen zur Förderung einer positiven Teamkultur beitragen.

„Chance Veränderungen anzustoßen“

Zudem ist geplant, ein Onboarding-Programm auf der Modellstation einzuführen, das an die Bedürfnisse einer „New Work“-Kultur angepasst werden soll, um ideale Rahmenbedingungen für den Wiedereinstieg zu bieten.

„Die Pflege steht vor großen Herausforderungen, aber wir sehen darin auch die Chance, Veränderungen anzustoßen“, sagt Güzide Kadah, Projektleiterin des Modellprojektes im Krankenhaus St. Joseph-Stift. „Unser Modellprojekt ist ein aktiver Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufs.

Es ist nicht nur eine Investition in die Pflege und das Hebammenwesen, sondern auch ein klares Bekenntnis zur gemeinsamen Verantwortung für die Zukunft des Gesundheitswesens. Ich freue mich sehr, dass wir in unserem Haus und unserem geburtshilflichen Bereich bereit sind, neue und mutige Wege zu gehen.“

1,2 Millionen Euro aus Landesmitteln und Europäischem Sozialfonds Plus

Das Modellprojekt, für das sich alle Kliniken im Land Bremen bewerben konnten, wurde von der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa und der Arbeitnehmerkammer Bremen 2023 gemeinsam auf den Weg gebracht. Anfang Februar gestartet, ist es auf vier Jahre angelegt.

Zur Durchführung stellt die Senatorin für Arbeit Landesmittel und Mittel des Europäischen Sozialfonds Plus in Höhe von bis zu 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. Umgesetzt wird das Projekt im Rahmen Landesstrategie „Gendergerechtigkeit und Entgeltgleichheit“. Die Finanzierung der wissenschaftlichen Begleitung obliegt der Arbeitnehmerkammer Bremen, die jährlich eine Evaluation durchführen wird.

„Mit dem Modellprojekt können wir in Bremen zeigen, das sich mit guten Arbeitsbedingungen ein Gutteil des Fachkräftemangels in der Pflege beseitigen lässt“, sagt Elke Heyduck, Geschäftsführerin der Arbeitnehmerkammer Bremen.

 

Bild ganz oben: Die leitende Hebamme am St. Joseph-Stift, Angelika Tscheu, ist eine der Beteiligten des beschäftigtenorientieren Modellprojekts.

Bild Mitte: Geleitet wird das Modellprojekt von Güzide Kadah.

Bilderquelle: Nikolai Wolff | St. Joseph-Stift

Anzeige
Anzeige
Anzeige
0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert