Mehr Bürokratie dank Digitalisierung?

Die Handelskrankenkasse – hkk mit Sitz in Bremen bezeichnet sich als eine der attraktivsten Krankenkassen Deutschlands und verweist auf zahlreiche Gütesiegel, mit denen sie ausgezeichnet wurde. Ein Gütesiegel für Schnelligkeit in der Postbearbeitung war sicherlich nicht dabei, wie eine Kundin leidvoll erfahren musste.

Zwecks schnellerer Erledigung ihres Anliegens hatte die Frau ihren Brief mit Unterlagen für die hkk persönlich an der Rezeption der Kasse an der Martinistraße abgegeben. Drei Wochen später musste sie auf telefonische Nachfrage zum Bearbeitungsstand ihres Anliegens erfahren, dass sie sich den Weg zur Krankenkasse hätte sparen können: Wie man ihr mitteilte, wird die Eingangspost der hkk-Verwaltung ungeöffnet nach Hannover weitergeleitet, wo sie zur Bearbeitung zunächst digitalisiert wird. Und das kann dauern. Unserer Kollegin wurde mitgeteilt, dass man aufgrund der Urlaubszeit mit der Digitalisierung leider drei Wochen im Rückstand sei…

Warum nicht in Bremen?

Bezeichnenderweise findet sich auf der hkk-Homepage kein Hinweis darauf, dass Eingangspost zunächst zur Digitalisierung nach Hannover weitergeleitet wird. Auch bei der Abgabe der Unterlagen an der hkk-Rezeption erhielt die Kundin keine entsprechende Auskunft. Nun gilt Digitalisierung gemeinhin als Beitrag zum Bürokratieabbau. Aber nicht, wie hier praktiziert: Wochenlanger Bearbeitungsrückstau bei der Digitalisierung aufgrund urlaubsbedingter Personalengpässe ist ein Beleg verfehlter Personalplanung. Darüber hinaus stellt sich die Frage, warum bei einem Unternehmen, das seinen Verwaltungssitz in Bremen hat, die Digitalisierung nicht im eigenen Hause erfolgen kann?

Bildquelle: Fotolia

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