Lehrkräfte am Limit – Bildungsverbände, Vereine und Gewerkschaften erhöhen den Druck auf das Bildungsressort
Lehrkräfte beklagen weiterhin, Schüler kämen mit zunehmenden Lernschwierigkeiten und insbesondere Sprachproblemen in die Schulen. Festzustellen sei das insbesondere in den sozial und finanziell schwächer gestellten Stadtteilen. Ein von Bildungssenatorin Aulepp ins Leben gerufener Runder Tisch entwickelte sich zum doppelt entscheidungsfreien Eklat. Es hagelte scharfe Kritik.
Bereits im vergangenen Dezember hatte Bremens Bildungssenatorin Sascha Aulepp (SPD) auf Forderung der Bremer Schulleitungsvereinigung und 13 weiteren Initiatoren einen Runden Tisch zur Bildung angekündigt. Die erste Auflage entwickelte sich zum Eklat, zumal die meisten der Initiatoren nicht eingeladen waren. Selbst Finanzsenator Björn Fecker (Bündnis 90/Die Grünen) als auch Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) standen nicht auf der Einladungsliste.
Nachdem auch die zweite Sitzung im März ergebnislos verlaufen war, hatten insgesamt 17 Bildungsverbände sowie Gewerkschaften und Vereine, die dort eben nicht anwesend waren, eine Gegenveranstaltung organisiert. Der Fokus: Wie sehr beeinträchtigt die soziale Herkunft von Schülerinnen und Schülern deren schulische Laufbahn und was bedeutet das insbesondere für Bremen mit der deutschlandweit höchsten Armutsquote?
Dabei geht es den Beteiligten ganz klar um Lösungen auf Basis empirischer und tagesaktueller Fakten, um einen wertfreien Gesprächsprozess, bei dem die Sorgen von Eltern in Schulen ernstgenommen und konstruktiv begleitet werden, ohne Verunsicherungen bei Lehrkräften, Elternschaft und insbesondere den Schülerinnen und Schülern aufkommen zu lassen. Nur eben mit konkreten und vor allem zeitnahen Entscheidungen zu den auf den Weg zu bringenden Maßnahmen.
Achim Kaschub, Vorsitzender des Schulleitungsverbands, erklärte (laut Erstmeldung von Radio Bremen), der bildungsinterne Runde Tisch sei für ihn eine Scheinveranstaltung. Mit vorgeschobenem Aktionismus werde davon abgelenkt, dass schlussendlich keine Entscheidungen getroffen werden.
Zumal die Probleme im Kontext der bremischen Schulen seit etlichen Jahren bekannt sind und immer wieder erneut diskutiert werden, überkommt auch Außenstehende das Gefühl, es herrsche ein Zustand der zwei Geschwindigkeiten, der so auch beispielsweise von der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven bereits mehrfach kritisiert wurde.
Tatsache bleibt, dass gegenseitige Schuldzuweisungen und immer wieder neue Ausschüsse kaum zielführend sein können. Die beim Runden Tisch von Senatorin Aulepp übergangenen Entitäten nehmen die Sache verstärkt eigenständig in die Hand, was ausschließlich positiv im Sinne der Schülerinnen und Schüler sein kann.











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