Kita-Beschäftigte protestieren gegen Absenkung der Qualitätsstandards

Die Gewerkschaft ver.di ruft zu zwei Protestaktionen gegen die Pläne der Senatorin für Kinder und Bildung auf, die Qualitätsstandards in den bremischen Kindertagesstätten weiter zu senken: Heute um 14.15 werden Beschäftigte vor der Bremischen Bürgerschaft aus dem bundesweiten „Kita-Krisenbuch“ lesen und morgen trifft man sich um 14 vor dem KWADRAT an der Wilhelm-Kaisen-Brücke.

„Die Kitas in Bremen – wie in ganz Deutschland – arbeiten seit Jahren am Limit“, sagt Kerstin Bringmann, Gewerkschaftssekretärin bei ver.di. „Die jüngste Studie der Arbeitnehmerkammer zeigt: Die Arbeitsbedingungen in den Kitas sind so belastend, dass über die Hälfte der Fachkräfte nur noch in Teilzeit arbeiten. Viele von ihnen geben psychische und emotionale Überlastung als Grund an. Mehr als 20 Prozent verlassen den Beruf sogar dauerhaft. Angesichts dieser alarmierenden Zahlen ist es unverantwortlich, dass die Bildungssenatorin dennoch an den Plänen festhält, die Standards weiter zu senken.“

Das System gefährdet die Gesundheit

Auch Stefanie Lehmann, Vorsitzende der ver.di-Landesfachgruppe Erziehung, Bildung und Soziale Arbeit, kritisiert die geplanten Änderungen scharf: „Statt gemeinsam mit den Fachkräften nach Lösungen für die Kita-Krise zu suchen, werden die Anforderungen an Professionalität weiter gesenkt – etwa durch geringere Zugangsvoraussetzungen für die Arbeit in Kitas. Das macht ganzheitliche Erziehung, Bildung und Betreuung zunehmend unmöglich.“ Die Realität in den Kitas sehe immer mehr so aus: Kinder, die Trost und Zuwendung brauchen, aber nicht bekommen, weil nicht genug Fachkräfte da sind; Erzieherinnen, die sich zwischen den Grundbedürfnissen einzelner Kinder entscheiden müssen und dabei ihre eigenen völlig vernachlässigen; Eltern, die sich weder auf die Öffnungszeiten verlassen können, noch darauf, dass es ihren Kindern in der Einrichtung gut geht.

Die Beschäftigten fordern daher mehr Respekt, bessere Arbeitsbedingungen und kindgerechte Betreuungsschlüssel.
„Wir brechen das Schweigen“, heißt es aus den Reihen der Beschäftigten. „Wir sind nicht länger bereit, ein System aufrechtzuerhalten, das unsere Gesundheit gefährdet – und die Kindheit und Zukunft der uns anvertrauten Kinder.“

Bildquelle: Robert Kneschke / Adobe Stock

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