„KI, was geht?“: Neue Sonderausstellung im Universum Bremen
Im Universum Bremen gibt es Neues zu entdecken: Vom 28. Juni 2024 bis zum 22. April 2025 können sich neugierige Gäste ab zehn Jahren hier in der Sonderausstellung „KI, was geht?“ anhand von Anwendungsbeispielen, technologischen Hintergründen und ethischen Fragestellungen grundlegende Kenntnisse über künstliche Intelligenz aneignen.
Zu Beginn der rund 550 Quadratmeter großen Ausstellung erhalten alle Gäste einen historisch anmutenden Datenträger: Auf einer Lochkarte können sie im Laufe des Rundgangs ihre persönliche Meinung zu ethischen Fragen rund um KI speichern.
Im Wissenschaftscenter geschieht das allerdings nicht einfach aus dem Bauch heraus. Stattdessen können die Besucher in den drei Ausstellungsbereichen an mehr als 50 interaktiven Stationen und Objekten Ein- und Ausblicke zum Thema erhalten und ihre Ansichten dementsprechend formen.
Lochkarten, Duell gegen eine KI & interaktive Plüschrobben
Im größten Bereich, dem sogenannten „Testfeld“, lassen sich verschiedene KI-Systeme ausprobieren. Beispielsweise zeigt ein eigens für die Sonderausstellung angefertigtes Deepfake-Exponat mit Christoph Biemann aus der Sendung mit der Maus, wie verblüffend echt KI die Mimik und Lippenbewegungen nachahmt, wenn dem Protagonisten beliebige Wörter in den Mund gelegt werden.
An einer anderen Station erkunden Besucher, wie gut eine KI Gefühle in Gesichtern erkennen kann und welche Bedeutung dies für den Einsatz von Pflegerobotern hat. Des Weiteren kann eine Partie „Vier gewinnt“ gegen einen Computer gespielt oder mit simplen Textanweisungen fotorealistische Bilder kreiert werden.
Ein Schachcomputer aus den 1980er-Jahren, eine interaktive Plüschrobbe mit Kulleraugen für einsame oder kranke Menschen, der Assistenz-Weltraumroboter CIMON sowie andere Originalobjekte veranschaulichen zusätzlich historische Meilensteine der KI-Forschung. Das Besondere: Alle Objekte erzählen mit künstlich generierten Stimmen ihre eigene Geschichte.

Ein Deepfake-Exponat mit Christoph Biemann von der Sendung mit der Maus zeigt, wie verblüffend echt Mimik und Lippenbewegungen von KI nachgeahmt werden können. (Foto: Universum Bremen)
In die Rolle einer KI schlüpfen – „Nerd“-Wissen durch Selbsterfahrung
Im Bereich „Blackbox“ erhalten die Gäste Einblicke in KI-Abläufe, die sonst häufig undurchsichtig bleiben. So können die Besucher neuronalen Netzen in Echtzeit beim Arbeiten zuschauen, wenn eine Kamera einen Gegenstand erfasst und mittels KI versucht zu deuten, worum es sich dabei handelt.
Beim NIM-Spiel nimmt der Gast selbst die Rolle einer KI ein und lernt dadurch, wie der Trainingsprozess durch wiederholte Rückmeldungen optimiert werden kann – und weshalb diese Methode Reinforcement Learning heißt. Um komplexes Wissen dieser Art zu vermitteln, setzt die Sonderausstellung zusätzlich auf Infografiken im Cartoon-Style an den Wänden.

Im Bereich „Blackbox“ erfahren die Gäste, welche Technik hinter Künstlicher Intelligenz steckt. (Foto: Universum Bremen)
Von der verbotenen Puppe Cayla zu lebensrettenden KI-Systemen
Wenige Jahre nach Verkaufsstart, wurde die interaktive Puppe „Cayla“ von der Bundesnetzagentur als Spionage-Gerät eingestuft und verboten. Nun kann sie im dritten Ausstellungbereich, dem „Thinktank“, begutachtet werden.
Hier tauchen Besuchender anhand kontroverser Beispiele der KI-Geschichte in die Potenziale und Risiken der Technologie ein. Dabei werden auch positive Anwendungen wie ein KI-gestütztes Brustkrebs-Screening-System oder eine Schwimmbadkamera vorgestellt, die mit intelligenter Bewegungsanalyse auffällige Schwimmbewegungen erkennt und dabei hilft, Badeunfälle zu vermeiden.
Zusätzlich beleuchten Comicfilme diverse Anwendungsbereiche der KI und zeigen, dass auch die hilfreichsten Erfindungen Kehrseiten mit sich bringen – sei es durch den entstehenden Elektroschrott bis hin zu ethischen Fragen oder Datenmissbrauch. Am Ende angelangt, können Besucher ihre Lochkarten-Ergebnisse mit denen anderer Besucher sowie mit Ergebnissen aus repräsentativen Studien vergleichen.
Lernen, Potenziale richtig einzuordnen
Eingeweiht wurde die Sonderausstellung am 27. Juni von Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt: „Künstliche Intelligenz spielt in vielen Bereichen unseres Lebens schon jetzt eine wichtige Rolle, deshalb ist der Umgang mit ihr ebenso wichtig. Wir müssen lernen, die Möglichkeiten, Potenziale und Herausforderungen richtig einzuordnen, zu beurteilen und mitzugestalten“.
Die Sonderausstellung biete vielfältige und für alle nachvollziehbare Erklärungen, wie KI überhaupt funktioniert. „Und sie zeigt tolle Beispiele, wo und wie sie angewendet wird. Dadurch ermöglicht sie Besucherinnen und Besuchern eine ganz eigene Haltung zu dieser Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Wem das Thema KI bisher zu kompliziert war, der wird hier in der Wissenswelt Universum definitiv Klarheit gewinnen“, so die Senatorin weiter.

Senatorin Kristina Vogt und Universum-Geschäftsführer Herbert Münder testen eine interaktive Plüschrobbe, die beispielsweise in Pflegeheimen und Krankenstationen als Trostspender eingesetzt wird. (Foto: Universum Bemen)
Besuch im Universum-Ticket enthalten
Das Konzept der Sonderausstellung wurde vom Universum gemeinsam mit den drei Kooperationspartnern experimenta in Heilbronn, AHHAA in Tartu sowie dem Musée de l’Air et de l’Espace in Le Bourget bei Paris entwickelt. Nach der Premiere in Bremen wandert die dreisprachig angelegte Ausstellung weiter in die anderen Science Center.
Die Sonderausstellung „KI, was geht?“ ist vom 28. Juni 2024 bis zum 22. April 2025 im Universum zu sehen. Der Besuch ist im Universum-Ticket enthalten.
Bild ganz oben: Die Sonderausstellung „KI, was geht?“ im Universum® Bremen zeigt die vielen Facetten der Künstlichen Intelligenz.
Bildernachweis: Universum Bremen








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