JVA Bremen: Gefängnis und Stromkraftwerk

Bereits anno 2008 wurde beschlossen, die JVA mit ihren denkmalgeschützten historischen Hafthäusern aus dem Jahr 1874 zu sanieren. Die Arbeiten an vielen Bereichen sind mittlerweile abgeschlossen und auf den Dächern versorgt eine Photovoltaik-Anlage den elektrifizierten Fuhrpark der Einrichtung komplett mit eigenem Strom

Justizsenatorin Claudia Schilling und Finanzsenator Björn Fecker besuchten kürzlich gemeinsam die Justizvollzugsanstalt, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Neben der Photovoltaik-Anlage nahmen sie auch den Sanierungsfortschritt der Gebäude in Augenschein. „Mit der Sanierung wollen nicht nur verhindern, dass Gebäude der öffentlichen Hand irgendwann nicht mehr nutzbar sind. Wir wollen vor allem menschenwürdige Haftbedingungen gewährleisten – gerade auch im Sinne einer gelingenden Resozialisierung,“ erklärt Justizsenatorin Schilling.

Der Elektro-Knast

Derzeit findet die Sanierung des großen Hafthauses Haus 2 und von Teilen des Mittelbaus statt. Zudem wird parallel das alte Lazarettgebäude saniert. Es wird dringend für die Werkbetriebe benötigt, unter anderem für die Elektriker und Gebäudereiniger. In Bremerhaven ist die Sanierung bereits länger abgeschlossen. „Für die Seestadt planen wir, das Hafthaus aus dem Jahre 1970 zu modernisieren. Dort sind die Werkbetriebe und die Küche untergebracht“, so Schilling. Da die JVA Bremen einen hohen Strombedarf hat, sind auch weitere Photovoltaik-Anlagen geplant. Derzeit werden die zwei neuen großen Elektro-Gefangenentransporter und die sechs kleineren elektrisch betriebenen Fahrzeuge kostenfrei mit Strom aus der PV-Anlage auf dem Dach der JVA betankt.

Klimatisierte Zellen

„Die Investition in eine große Photovoltaik-Anlage hat sich gelohnt.“, sagt Finanzsenator Björn Fecker. Und weiter: „Die baulichen Bedingungen auf dem großen Gelände mit entsprechenden Dachflächen sind ideal. Die Justizvollzugsanstalt produziert nun monatlich 4.700 Kilowattstunden Strom.“ Die Stadt nehme viel Geld in die Hand, um gute Haft- und auch Arbeitsbedingungen zu schaffen. Die Fertigstellung des 140 Haftplätze umfassenden Hauses 2 ist für das Jahr 2028 geplant. Danach steht die Sanierung des Hauses 1 mit seinen ebenfall 140 Haftplätzen auf der Tagesordnung. Die sehr alte Bausubstanz gibt schon ausreichend Anlass für die umfangreichen Bauarbeiten, aber auch die klimatischen Veränderungen machen Anpassungen nötig. „Wir haben in den neu errichteten, besonders gesicherten Hafträumen für Klimatisierung gesorgt“, erklärt Fecker.

Bild: Justizsenatorin Claudia Schilling und Finanzsenator Björn Fecker besichtigen die PV-Anlage auf dem Dach der Justizvollzugsanstalt Bremen. Bildquelle: Justizressort

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