„Jetzt kann der Abend beginnen“ – Kruppa-Komödie im Boulevardtheater Bremen startet mit Erfolgspremiere
„Jetzt kann der Abend beginnen“ heißt die neue Komödie, die am 05. Februar 2026 im Boulevardtheater Bremen uraufgeführt wurde. Intendant Kay Kruppa hatte seinen Mitstreitern und sich selbst als Protagonisten auf der Bühne Rollen auf den Leib geschrieben, in denen sie es direkt auf das Zwerchfell des Publikums abgesehen hatten. Kruppa war nicht nur Autor, stattdessen übernahm er auch die Regie und als Stefan Bäcker eine der Hauptrollen. Alle Charaktere der Familie sollten es in sich haben. Und mit unverhohlen frivoler Thematik durchaus unter die Gürtellinie zielen.
Gleich anfangs ist Stefan Bäcker vollkommen am Boden zerstört. Tochter Emma ist ausgezogen. Er kann es nicht fassen, dass seine „kleine Prinzessin“ das Zuhause verlassen hat und er als ihr Beschützer nun nicht mehr gebraucht wird. Seine Frau Sabine – Inga Jamry – sieht das allerdings weniger dramatisch, erklärt ihm, dass das eine vollkommen normale Entwicklung ist und die Tochter ihren Vater immer brauchen wird. Vielmehr sieht sie sogar Vorzüge, zumal das Ehepaar das Haus seit Jahrzehnten niemals für sich alleine hatte. Nun schon; und so könnte der Abend doch eigentlich beginnen. Wenn sich die Ereignisse nicht plötzlich überschlagen würden. Treffender ausgedrückt: Die Klingel schellt im sicherlich falschesten aller Augenblicke.

Mutter Margot (Isolde Beilé) hatte ein besonderes Wellness-Programm im Gepäck, das ihre Töchter mit ihr gemeinsam testen sollten.
Noch ehe die beiden sich einander nähern können, steht Sabines Schwester Jana – Antje K. Klattenhoff vor der Tür, völlig aufgelöst, weil ihr Mann Timo – Marc Plate – sie scheinbar betrügt und sie nicht mehr liebt. Natürlich hat sie ihre Koffer bereits dabei, hat auch mitbekommen, dass Emma ausgezogen ist und will mit ungefragter Selbstverständlichkeit für ein paar Tage, Wochen oder sogar Monate in das nun freigewordene Zimmer einziehen. Wie ein roter Faden ziehen sich die vermeintlichen Potenzprobleme von Stefan durch die Story. Er selbst sieht darin einen einmaligen Ausrutscher, er brauche einfach mehr Ruhe. Und die habe es ja Ewigkeiten nicht gegeben. Ganz offensichtlich wird es die auch weiterhin nicht geben. Dass Sabine ihrer Schwester davon erzählt hatte, damit hatte er nicht gerechnet. Immer wieder wird er mit gut gemeinten Ratschlägen und neugierigen Nachfragen konfrontiert.
So auch, als Janas‘ Mann Timo hereinplatzt um Missverständnisse aufzuklären und wie nebenbei herauskommt, dass die angebliche Impotenz in der Familie bereits die Runde gemacht hat. Vollends auf die Spitze getrieben wird die persiflierte Situation, als auch noch Margot, die Mutter von Sabine und Jana, – ebenfalls mit gepackten Koffern – vor der Tür steht. Die hat sich von ihrer Liason gerade getrennt, weil ihr Liebhaber sie seiner eigenen Mutter nicht vorstellen wollte, die sogar noch einige Jahre jünger als Margot ist. Deshalb sieht sie in der Beziehung keine Zukunft. Ihre aktuelle Zukunft sieht sie darin, für einige Zeit in das freie Zimmer von Emma einzuziehen. Doch das ist ja auch schon wieder belegt. Sie bezieht es trotzdem. Die Bude wird so richtig voll, bis Stefan und Timo gemeinsam auf der Couch im Wohnzimmer übernachten sollen. Stefan schläft übrigens immer „unten ohne“.
Und dann waren da ja noch die gewissen blauen Pillen, die Timo seinem Schwager als pragmatisch praktische Hilfe zugesteckt hatte. „Kann man ja mal ausprobieren.“ Das Publikum bog sich vor Lachen, als Stefan die angeblich mit seinen Blutdrucktabletten verwechselt und eben doch genommen hatte – und zwar alle drei auf einmal. Hatte er nicht, doch die komödiantische Schauspielkunst nahm die Gäste mit auf eine Reise der humoristischen Art, die bodenständiger und uriger nicht hätte sein können. Die Uraufführung entpuppte sich – wie nicht anders erwartet – zu einem echten Erfolg vor den trotz der widrigen Wetterbedingungen teils weit angereisten Gästen.
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((Beitragsbild oben: Stefan und Sabine hätten jetzt endlich das Haus für sich. Oder doch nicht?))




Boulevardtheater Bremen / Theater Weyhe





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