Innensenatorin Högl stellt Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 vor
Innensenatorin Dr. Eva Högl, der Bremer Polizeipräsident Dirk Fasse, die Leiterin des Landeskriminalamtes sowie der Direktor der Ortspolizeibehörde Bremerhaven haben gestern die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 vorgestellt. Die guten Nachrichten vorweg: Die Anzahl der Straftaten im Land Bremen ist gesunken, die Aufklärungsquote gestiegen.
Im Jahr 2025 sind insgesamt 94.401 Straftaten abschließend in die Statistik eingeflossen. Das sind 10.983 Fälle weniger als im Vorjahr – ein Rückgang um 10 Prozent. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 49 Prozent und liegt damit über dem Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre (47 Prozent). In der Stadt Bremen sank die Zahl der Straftaten um 11 Prozent auf 79.494 Fälle, die Aufklärungsquote stieg auf 48 Prozent (Vorjahr: 45 Prozent).
Allerding erfasst die PKS lediglich die von der Polizei abschließend bearbeiteten Straftaten, nicht aber Staatsschutzdelikte, Verkehrsdelikte und Straftaten, die außerhalb Deutschlands begangen wurden. Die Aussagekraft der Statistik wird besonders dadurch eingeschränkt, dass der Polizei lediglich ein Teil der begangenen Straftaten bekannt wird (Hellfeld). Die PKS bietet somit kein getreues Spiegelbild der Kriminalitätswirklichkeit, sondern eine je nach Deliktsart mehr oder weniger starke Annäherung an die Realität.
Raub und Straßenraub
Bei den Raubdelikten zeigen polizeiliche Maßnahmen wie der Einsatz der Mobilen Wache und einer temporären Videoüberwachung an sogenannten Hotspots wie Breminale, Freimarkt und Osterwiese durchaus Wirkung – in der Stadt Bremen sanken sie um 12 Prozent von 1.118 auf 982 Fälle. Die Aufklärungsquote stieg auf 49 Prozent (Vorjahr: 42 Prozent). Beim Straßenraub ging die Zahl um 10 Prozent von 625 auf 564 Fälle zurück. Hier kletterte die Aufklärungsquote auf 38 Prozent – weit über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 30,9 Prozent. Durch die seit September 2023 eingerichtete Soko „Junge Räuber“ wurden 1.643 Ermittlungsverfahren geführt, davon 1.090 aufgeklärt – eine Quote von 66 Prozent. 526 Tatverdächtige wurden ermittelt, 98 Haftbefehle erwirkt, davon 83 vollstreckt.
Wohnungseinbrüche und Fahrraddiebstähle
Eine besonders positive Entwicklung zeigt sich bei den Wohnungseinbrüchen. In der Stadt Bremen konnte die Zahl um 17 Prozent auf 1.002 Fälle gesenkt werden (Vorjahr: 1.202). Fast jeder zweite Einbruch blieb im Versuchsstadium und die Aufklärungsquote erreichte mit 12 Prozent einen Höchstwert im Zehn-Jahres-Vergleich (Vorjahr: 8 Prozent). Beim Fahrraddiebstahl ist ebenfalls ein deutlicher Rückgang um 22 Prozent von 6.270 auf 4.897 Fälle zu verzeichnen. Dazu die Innensenatorin: „Die Menschen nutzen die Möglichkeiten der Fahrradkodierung durch unsere Polizei sowie immer öfter die überwachten Fahrradparkhäuser. Möglicherweise sind auch die neuen Möglichkeiten des Bike-Sharing ein Grund, warum weniger Fahrräder geklaut werden.“
Weitere Entwicklungen
Der Diebstahl insgesamt ging in der Stadt Bremen um 16 Prozent auf 36.772 Fälle zurück (Vorjahr: 43.731). Die Aufklärungsquote erreichte mit 30 Prozent einen Höchstwert. Der Taschendiebstahl sank um 22 Prozent von 3.476 auf 2.722 Fälle. Und die Zahl der vollendeten Tötungsdelikte sank von acht (2024) auf zwei, die Aufklärungsquote lag bei allen Delikten (vollendete und versuchte) bei 91 Prozent. Auch bei der Kinderpornografie ist ein Rückgang um 12 Prozent von 435 auf 385 Fälle zu verzeichnen.
Den positiven Entwicklungen steht jedoch ein Bsorgnis erregender Anstieg bei Gewaltdelikten gegenüber. Wirtschaftliche Belastungen, soziale Spannungen und eine zunehmende Verrohung im Umgang miteinander spiegeln sich auch in der Kriminalstatistik wider. So stieg die Zahl der Messerangriffe um 36 Prozent von 389 auf 527 Fälle. In 250 Fällen wurden Messer im Zusammenhang mit Bedrohungen eingesetzt, die in Relation zum Vorjahr deutlich angestiegen sind. Bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungen stiegen die Fallzahlen um 32 Prozent von 1.503 auf 1.976 Fälle. Besonders schlimm: Die Gewalt gegen Polizeibeamte stieg um 60 Prozent von 384 auf 615 Fälle und auch die Gewalt gegen Rettungskräfte bleibt auf hohem Niveau: 39 Fälle wurden registriert (Vorjahr: 38). Dazu Högl: „Polizistinnen und Polizisten gehen jeden Tag für uns in schwierige Situationen. Sie haben ein Recht darauf, nach dem Dienst gesund nach Hause zu kommen. 60 Prozent mehr erfasste Angriffe – das ist nicht hinnehmbar!“
Häusliche Gewalt und sexueller Missbrauch von Kindern
Die Partnerschaftsgewalt stieg um 11 Prozent von 1.797 auf 2.002 Fälle. Rund 80 Prozent der Opfer sind weiblich, die Täter fast immer männlich. Bei der innerfamiliären Gewalt ist ein Anstieg um 7 Prozent von 830 auf 885 Fälle zu verzeichnen. Högl: „Finanziert durch das Gesundheitsressort hat die Polizei ein Hochrisikomanagement aufgebaut und den Opferschutz intensiviert. Mit der elektronischen Fußfessel, die im neuen Polizeigesetz verankert ist, haben wir ein weiteres Instrument zum Schutz der Opfer von Hochrisikofällen geschaffen. Die hohen Fallzahlen zeigen jedoch auch, wie wichtig der Ausbau von Schutzmaßnahmen bleibt.“ Sexueller Missbrauch von Kindern stieg um 7 Prozent von 145 auf 155 Fälle; die Aufklärungsquote lag bei 84 Prozent. 93 Prozent der Täter sind Männer, ihr Durchschnittsalter liegt bei 31 Jahren.
In Bremerhaven
…sank die Zahl der Straftaten um 7 Prozent von 15.730 auf 14.643 Fälle. Die Aufklärungsquote stieg auf 52 Prozent (Vorjahr: 50 Prozent). Besonders erfreulich: Die Wohnungseinbrüche gingen um 23 Prozent auf 275 Fälle zurück (Vorjahr: 359). Die Aufklärungsquote erreichte mit 15 Prozent den zweithöchsten Wert seit zehn Jahren. Auch beim Straßenraub (minus 18 Prozent auf 83 Fälle), beim Fahrraddiebstahl (minus 18 Prozent auf 452 Fälle) und beim Ladendiebstahl (minus 11 Prozent auf 1.299 Fälle) zeigten sich deutliche Rückgänge. Die Fallzahlen bei Kinderpornografie sanken um 31 Prozent von 155 auf 107 Fälle.




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