Innenministerkonferenz in Bremen berät offiziell nicht über verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in Fußballstadien
In dem Punkt, dass Vereine und Funktionäre zu wenig gegen Gewalt und Pyrotechnik beim Fußball tun, sind sich die Innenminister und Innenminister der Bundesländer und des Bundes weitestgehend einig. Schließlich kommt es unter Anhängern immer wieder zu Auseinandersetzungen und Verletzungen. Doch die Frage, mit welchen Maßnahmen die Sicherheitsansprüche verbessert werden können, ist weiterhin erstens ungeklärt und zweitens ein Reizthema bei den Fußballfans. Nun scheint die Politik zurückzurudern, allerdings nur vorerst.
Deutschlandweit protestieren die Fußballfans seit geraumer Zeit gegen die angekündigt verschärften Maßnahmen. Hauptsächlich diskutierte Punkte sind etwa der Zwang zu personalisierten Tickets, die mögliche KI-gestützte Überwachung mit Gesichtserkennung und Stadionverbote auf Verdacht. Als Signal ihrer eigenen Überzeugung hatten die Fans bei den Bundesliga- als auch Pokalspielen stumm protestiert, nämlich den Mannschaften für jeweils zwölf Minuten den Support verweigert, keine Fangesänge, keine Anfeuerungsrufe, keine Pfiffe. Symbolhaft stellen die Fans damit klar, dass sie sich als sogenannter 12. Mann verstehen und demzufolge ein Mitspracherecht fordern. Ihre Botschaft: „Die Stadien sind sicher.“
Unter Vorsitz von Ulrich Mäurer findet ab heute bis Freitag in Bremen die dreitägige Innenministerkonferenz statt. Zum Start der IMK am Abend wollen sich Hunderte Menschen zu einer Demonstration am Weser-Stadion versammeln. Das Motto: „Für Fankultur und Freiheitsrechte“. Danach soll es eine Abschlusskundgebung geben, zu der Ultra-Gruppierungen aufgerufen haben. Dass bei der aktuellen IMK keinerlei Beschlüsse zum Thema auf der Agenda stehen, scheint wenig relevant, da die diesbezüglichen Diskussionen und konkreten Beschlüsse für die folgende Konferenz geplant sind.
Vom Tisch scheinen zumindest vorerst personalisierte Eintrittskarten. Auch die Einführung von Gesichtserkennungs-Software soll in dieser Woche offiziell kein Thema sein. Ebenso will die Runde laut Mitteilung von Bremens Innensenator Mäurer keine Beschlüsse über Pyrotechnik in Stadien fassen. Davon, dass die kontrovers empfundenen Punkte allerdings tatsächlich „vom Tisch“ sind, kann keine Rede sein. Vielmehr sollen die erst beim kommenden Treffen der Innenminister im Juni wieder auf der Tagesordnung stehen. Die Fanproteste durch lautstarkes Schweigen werden mit höchster Wahrscheinlichkeit also weitergehen.





BremenNews - Jörn Petersen

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Justus Grosse / BremenNews
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