Inflation in Bremen mit am stärksten, Lohnentwicklung am niedrigsten

Das ifo institut Dresden hat einen Forschungsbericht zu den Inflationsdifferenzen zwischen den Bundesländern veröffentlicht. Hervor geht daraus, dass Bremerinnen und Bremer im bundesweiten Vergleich von der Inflation mit am stärksten betroffen sind. Konkret ergibt sich das aus der Relation zwischen nomineller Inflation und der Entwicklung der Löhne. Indes die Preisteigerung in Bremen höher als in anderen Bundesländern war, sind die Gehälter nicht im selben Maß gestiegen, zumal im hiesigen Arbeitsmarkt besonders viele Menschen im Niedriglohnsektor und unteren Lohngruppen tätig sind.

In der ifo-Studie heißt es: „Die Inflation entwickelt sich innerhalb Deutschlands seit 2020 recht unterschiedlich. Während die Preise in den ostdeutschen Flächenländern und Bremen stärker gestiegen sind als in Deutschland insgesamt, gilt genau das Gegenteil für Schleswig-Holstein und Hamburg. Stellt man der Preis- die nominale Stundenlohnentwicklung gegenüber, zeigen sich vor allem reale Gewinne in Ostdeutschland und reale Verluste für die westdeutschen Bundesländer. Falls diese Unterschiede persistent sind, könnte dies auf Dauer die relativen Lebensstandards zwischen den Bundesländern beeinflussen.“

Neben Schleswig-Holstein und den Stadtstaaten Berlin und Hamburg verzeichnen alle ostdeutschen Flächenländer reale Zugewinne bei den Stundenlöhnen im Zeitraum von 2020 bis 2024. Das waren auch genau jene Länder, die bei der Betrachtung besonders hohe Inflationsraten aufwiesen. Aber die Löhne seien kumuliert noch stärker gestiegen. Von einer Krise der Lebenshaltungskosten könne man hier nicht sprechen. Angebracht sein könne das allenfalls in Ländern mit realen Verlusten. Als auffällig wird die Entwicklung in Bremen bezeichnet, das „(…) was vor allem durch stärkere Preisanstiege im Vergleich zu Deutschland hervorsticht.“ Die kumulierten Lohnanstiege reichten nicht aus, um den Preisauftrieb zu kompensieren.

Somit fällt die Bilanz in Bremen am negativsten aus, zumal unterdurchschnittlich steigende Löhne auf überdurchschnittlich steigende Preise treffen. Tatsächlich liegt Bremen bei der realen Stundenlohnentwicklung im Betrachtungszeitraum zwischen 2020 und 2024 auf dem letzten Platz der Bundesländer. Aktuelle Zahlen aus 2025 liegen für die Lohnentwicklung noch nicht vor.

+++

((Beitragsbild oben: Symbolbild – Fotolia))

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert