Immer mehr Müll in Bremen

Im Jahr 2024 wurden im Land Bremen pro Kopf 224,6 Kilogramm Haus- und Sperrmüll eingesammelt. Wie das Statistische Landesamt Bremen mitteilt, lag Bremen damit über dem Bundesdurchschnitt von 186,7 Kilogramm.

Das Müllaufkommen im Land Bremen stieg zwar zum zweiten Mal in Folge, jedoch ausgehend von einem relativ niedrigen Niveau: Im Jahr 2022 lag das Aufkommen bei 215,6 Kilogramm. Das ist der niedrigste Wert in der Zeitreihe ab 2004, damals wurden noch rund 250 Kilogramm pro Kopf eingesammelt. In den folgenden Jahren ging die Menge kontinuierlich zurück, erst in den Jahren 2019 bis 2021 stieg die entsorgte Haus- und Sperrmüllmenge merklich an. Das Hochwasser zum Jahreswechsel 2023/24, von dem Teile der Stadt Bremen betroffen waren, trug vermutlich zum Anstieg im Jahr 2024 bei. In allen Berichtsjahren ist die Haus- und Sperrmüllmenge pro Kopf in Bremerhaven deutlich höher als in der Stadt Bremen – wohl auch, weil dort organischen Abfälle nicht getrennt entsorgt werden.

Viel Sperrmüll

Deutschlandweit ist das Aufkommen von Haus- und Sperrmüll im Jahr 2024 erstmals seit 2021 wieder angestiegen, auf nun 186,7 Kilogramm je Kopf. Auch bundesweit stieg die Haus- und Sperrmüllmenge im Jahr 2020, im ersten Jahr der Corona-Pandemie, an – von 187 Kilogramm im Jahr 2019 auf 194 Kilogramm. Über den gesamten betrachteten Zeitraum ist der Höchststand aus 2004 mit 206,6 Kikogramm pro Person jedoch nicht mehr erreicht worden. Insgesamt machten Haus- und Sperrmüllabfälle 2024 etwa 41 Prozent der gesamten Haushaltsabfallmenge aus, welche durch öffentliche Entsorgungsdienstleister erfasst werden.

Bremerhaven ist deutscher „Müllmeister“

Im deutschlandweiten Vergleich hatte die kreisfreie Stadt Bremerhaven mit 351 Kilogramm das höchste Pro-Kopf-Aufkommen an Haus- und Sperrmüll. Dahinter folgte die kreisfreie Stadt Bottrop mit 325 Kilogramm je Einwohnerin und Einwohner. Die niedrigsten Pro-Kopf-Abfallmengen konnten die Landkreise Calw (Baden-Württemberg) mit 70,9 Kilogramm und Aschaffenburg (Bayern) mit 71,1 Kilogramm aufweisen.

Insgesamt fiel das Aufkommen in Ballungsräumen höher aus als in ländlicheren Gebieten. Ausnahmen hierzu bildeten Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie Brandenburg mit einem überdurchschnittlichen Pro-Kopf-Aufkommen des Haus- und Sperrmülls in allen Kreisen. Zu den Faktoren, die regionale Unterschiede erklären können, gehören finanzielle Aspekte (Höhe der Entsorgungsgebühren, Angebote von privaten Entsorgungsdienstleistern), das Ausmaß der Sensibilisierung der Bevölkerung für die Müllvermeidung und /-trennung sowie lokale Wetterereignisse wie Starkregen und Überflutungen.

Bild: Haus- und Sperrmüllaufkommen im Land Bremen seit 2004. Bildquelle: Statistisches Landesamt

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert