IC-Verbindung zwischen Koblenz/Köln und Bremerhaven via Bremen wird wieder eingestellt – Stadt Bremerhaven und Mobilitätssenatorin bedauern Entscheidung der Deutschen Bahn
Mit großem Bedauern haben die Stadt Bremerhaven und die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung des Landes Bremen die Entscheidung der Deutschen Bahn zur Kenntnis genommen, die Ende 2021 testweise eingeführte IC-Verbindung zwischen Koblenz/Köln und Bremerhaven wieder einzustellen.
Trotz der Verlängerung des Testzeitraums konnte die IC-Linie die von Koblenz/Köln via Münster, Osnabrück, Bremen und Osterholz-Scharmbeck nach Bremerhaven führt, die erhoffte Fahrgastnachfrage nicht erreichen.
Dazu die Deutsche Bahn am 11. Oktober: „Hier lag die Nachfrage trotz einer um ein Jahr verlängerten Testphase immer noch deutlich unter dem gesteckten und bei Einführung des Zuges kommunizierten Ziel. Ein Weiterbetrieb ist aufgrund der dauerhaft schwachen Nachfrage nicht mehr möglich.“
Oberbürgermeister Grantz: „Das ist inakzeptabel“
„Die Entscheidung der Deutschen Bahn, die IC-Verbindung nach Bremerhaven nicht weiter zu betreiben, ist nicht nur eine herbe Enttäuschung, sondern für uns als Stadt auch nicht nachvollziehbar“, erklärt hingegen Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz. “
Mit der Einstellung der Intercity-Verbindung hänge die Bahn eine ganze Region, die maßgeblich vom Tourismus lebt, vom Fernverkehr ab. „Das ist inakzeptabel“, so Grantz weiter.
„Statt Probleme mit dem Rotstift zu lösen, sollten die Bahn-Verantwortlichen besser nach den Gründen für die schleppende Nachfrage suchen.“ So sei selbst der nur ein Mal am Tag fahrende Intercity regelmäßig ausgefallen, weil es an Personal fehlte oder technische Störungen vorlagen.
„Wenn eine Verbindung aber nicht verlässlich vorgehalten wird, ist es kein Wunder, dass sich die Menschen anders orientieren, um von A nach B zu kommen“. Von einer ernst gemeinten Testphase mit belastbaren Zahlen könne unter diesen Umständen keine Rede sein.
Rückschritt für BRemerhaven
Weiterhin heißt es bei der Deutschen Bahn, dass in Bremerhaven gute Nahverkehrsverbindungen zum Fernverkehrsknoten Bremen bestünden. Laut Dr. Ralph Baumheier, Staatsrat bei der Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, bleibe der Verlust der Direktverbindung dennoch ein Rückschritt für Bremerhaven.
„Der Nahverkehr kann die Bequemlichkeit und Effizienz einer direkten Fernverkehrsanbindung nicht voll ersetzen“, so der Staatsrat. „Die Entscheidung steht im Widerspruch zu unseren Bemühungen, den ÖPNV und den Schienenverkehr zu stärken.
Austausch, um alternative, dauerhaft tragfähige Fernverkehrsanbindungen von Bremerhaven zu prüfen
„Wir werden den Dialog mit der Deutschen Bahn fortsetzen, um alternative Lösungen für eine langfristige und nachhaltige Fernverkehrsanbindung von Bremerhaven zu finden“, so Dr. Baumheier weiter.
Auch die Deutsche Bahn hat angekündigt, im Austausch mit der Stadt Bremerhaven und den betroffenen Regionen zu bleiben, um alternative Anbindungsoptionen zu prüfen. Die Stadt Bremerhaven und das Mobilitätsressort hoffen, dass im Zuge dieser Gespräche bald tragfähige Lösungen gefunden werden, um Bremerhaven wieder stärker in das Fernverkehrsnetz zu integrieren.
„Wir fordern nicht nur die Rücknahme der aktuellen Bahn-Entscheidung, sondern darüber hinaus eine deutlich verbesserte Anbindung Bremerhavens an den Fernverkehr“, so Oberbürgermeister Grantz.
Es bleibe dabei: Der Deutschlandtakt müsse endlich auch für Bremerhaven umgesetzt werden. „Wir brauchen eine regelmäßige ICE-Verbindung, damit unsere Bürgerinnen und Bürger effizient und komfortabel reisen können.“
Symbolbild oben: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben








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