Hundebesitzer sollen künftig Prüfungen ablegen
In den ersten acht Monaten dieses Jahres haben in Bremen in 35 Fällen Hunde Menschen angegriffen und dabei verletzt. Nur in einem Fall handelte es sich um einen Hund von der sogenannten Rasseliste. Darauf stehen jene Rassen, die in Bremen nicht gehalten werden dürfen: Bullterrier, Pit-Bullterrier, Staffordshire Bullterrier und American Staffordshire Terrier sowie ihre Kreuzungen.
Innensenator Ulrich Mäurer: „Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass die seit Jahren geltenden Rasselisten nur eine trügerische Sicherheit vermitteln. Tatsächlich benötigen wir einen weitergehenden Ansatz, um tragische Beißunfälle wie am Mittwoch zu verhindern. Gemeinsam mit dem Gesundheitsressort werden wir noch in diesem Jahr, wie in der Koalitionsvereinbarung vereinbart, einen Gesetzesentwurf zum Ablegen einer Sachkundeprüfung für Hundehalter vorlegen. Künftig müsse dann jeder, der einen Hund hält, die erforderliche Sachkunde besitzen und dies vor allem auch nachweisen können. Der Gesetzentwurf muss von der Bürgerschaft verabschiedet werden. Die Details der Umsetzung werden aktuell ausgearbeitet. Nach dem gestrigen Vorfall wird aktuell zudem geprüft, ob es möglicherweise weitere Vorfälle mit Hunden desselben Halters gegeben hat. Innensenator Mäurer: „Der Fall wird umfassend aufgeklärt.“
Können viele Hundehalter nicht mit ihren Tieren umgehen?
Claudia Bernhard, Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, hält den Sachkundenachweis für Hundehalterinnen und Hundehalterfür sinnvoll, „denn in der Regel liegt das Verhalten eines Hundes nicht an seiner Rasse, sondern am Umgang der Besitzerinnen und Besitzer mit den Tieren. Viele Hundehalterinnen und –halter sind weder in der Lage, die Bedürfnisse ihrer Tiere angemessen einzuschätzen und zu berücksichtigen, noch Grenzen zu setzen. Wichtig ist, dass die Nachweise regelmäßig kontrolliert werden. Dabei muss klar sein, dass die Personen, die den Sachkundenachweis nicht erbringen auch mit Konsequenzen rechnen müssen, denn sonst wäre die Verordnung zwar gut gemeint, würde aber nicht dabei helfen, solch einen furchtbaren Vorfall, wie kürzlich geschehen, zu verhindern“.
Bildquelle: Adobe Stock
Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!