Grundschulen und Kitas weiten Angebot aus – Eingeschränkter Regelbetrieb ab 15. Juni möglich

09. 06. 2020 um 16:53:48 Uhr | BremenNews-Redaktion
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Wie der Bremer Senat am 9. Juni beschlossen hat, sollen Kitas ab dem 15. Juni und Grundschulen ab dem 22. Juni wieder in den Regelbetrieb zurückkehren, allerdings noch immer unter gewissen Auflagen.

Grund für die weiteren Lockerungen im Bereich von Grundschulen und Kitas seien diverse Studien und wissenschaftliche Erkenntnisse, dass Kinder im Alter von 0 bis 10 Jahren als Überträger des Virus eine untergeordnete Rolle spielen. Diese Erkenntnisse decken sich auch mit den bisherigen Erfahrungen in Bremer Grundschulen und Kitas, so Bildungssenatorin Bogedan. Bisher gebe es nur vereinzelt Fälle in Grundschulen und Kitas, die jeweils von erwachsenen Besuchern oder Personal in die Kita gebracht worden seien und sich auch innerhalb der Kita nicht groß weiterverbreitet hätten. Aus diesem Grund wolle man das Präsenzangebot in Grundschulen und Kitas, wo eben diese Altersgruppen vertreten sind, weiter ausweiten.

Kitabetrieb ab dem 15. Juni

Für die Kitas solle es demnach ab dem 15. Juni unter gewissen Einschränkungen wieder losgehen. Das heißt, dass alle Kinder, die für das laufende Kitajahr angemeldet sind, ein möglichst umfangreiches Betreuungsangebot erhalten sollen, mindestens jedoch 20 Stunden in der Woche.
Die Betreuungszeiten aller Kinder, die bereits in Notbetreuungen untergebracht waren sowie Kinder, bei denen ein Kita-Besuch zur Abwehr einer Kindeswohlgefährdung angeordnet ist, bleiben weiter bestehen und werden nicht verringert. Ausnahmen sind möglich, sollte es zu gravierenden personellen Engpässen in der Einrichtung kommen.

Priorität bei Kindern von berufstätigen Eltern

Alle Einrichtungen, die einen höheren Betreuungsumfang als 20 Wochenstunden leisten können, sollen prioritär den Bedarf von Kindern mit berufstätiger Eltern decken. Das gilt auch für Kinder berufstätige Eltern, die nicht in einem sogenannten systemrelevanten Beruf arbeiten. Zudem gelte generell: Sollte es zu Einschränkungen im Betreuungsumfang kommen, müssen Eltern schnellstmöglich informiert werden, damit sie berufliche Planungssicherheit haben.

Keine Begrenzung der Gruppengröße mehr

Insofern ausreichend Räume und Personal zur Verfügung steht, solle die Gruppengröße für Kitas nun nicht mehr begrenzt werden, so Bogedan. Dennoch gebe es gewisse Auflagen in den Kitas. So sollen Kinder wenn möglich wieder in ihren „Stammgruppen“ betreut werden und die unterschiedlichen Gruppen sollen räumlich voneinander getrennt werden und auch nicht gemeinsam auf dem Außengelände spielen. Auch gruppenübergreifende Angebote dürfen demnach nicht stattfinden. Soweit es der Dienstbetrieb zulässt, sollen Betreuer nur in möglichst einer Gruppe eingesetzt werden und nicht ständig hin und herwechseln. Sollte doch einmal ein Wechsel des Personals stattfinden, dann kontinuierlich, also nicht zwischen unterschiedlichen Häusern.

Eltern müssen Mund-Nase-Schutz tragen

Wer sein Kind in die Kita bringt oder von dort abholt muss zudem einen Mund-Nase-Schutz tragen, um Kinder und Personal nicht zu gefährden. Die Hygiene- und Abstandsregeln für Personal und Eltern bleiben auch weiterhin bestehen. Zu Kindern, die aus gesundheitlichen Gründen oder auf Wunsch der Eltern weiterhin zuhause bleiben, sollen die Einrichtungen weiterhin den Kontakt aufrechterhalten.

Präsenzunterricht in Grundschulen ab dem 22. Juni

Ab dem 22. Juni soll der Präsenzunterricht in Grundschulen auf jeweils vier Unterrichtsstunden an jeweils vier Unterrichtstagen ausgeweitet werden. Der Unterricht soll dabei ebenfalls in getrennten Gruppen und getrennten Räumen stattfinden. Fachkräfte sollen nach Möglichkeiten nur in einer Gruppe eingesetzt werden. Soweit personell möglich, können auch zusätzliche Förder- und Unterstützungsmaßnahmen angeboten werden. Grundschüler für die vor der Coronakrise eine ganztägige Betreuung vorgesehen war, sollen ein entsprechendes Angebot auch am fünften Tag bekommen, insofern es die personelle Situation zulässt. Gleiches gilt für Härtefälle. Schüler, die selbst zur Risikogruppe gehören, oder deren Eltern zur Risikogruppe gehören, sind vom Präsenzunterricht befreit. Die Befreiung muss bei der Schule angemeldet werden.

Noch kein Regelbetrieb für weiterführende Schulen

Im Gegensatz zu Grundschulen sei an den weiterführenden Schulen eine Durchmischung der Lerngruppen kaum zu vermeiden. Deshalb sei ein Vorgehen wie an den Grundschulen derzeit nicht möglich. Schüler der 10. Jahrgänge können nach Beendigung der Abschlussprüfung aber weiter an bestehenden Unterstützungsangeboten ihrer Schule teilhaben, falls vorhanden. Weiterhin gilt für die weiterführenden Schulen, dass ab dem 15. Juni an Oberschulen und Gymnasien jeweils die Hälfte der Schüler in wechselnden Schichten die Schule besuchen kann.

Besonderer Schutz für Beschäftigte

Den Wunsch des Schulpersonals, individuelle Schutz-Maßnahmen zu ergreifen, habe die Behörde aufgenommen. “4.000 FFP2-Masken wurden verteilt, weitere FFP2-Masken sowie Schutzvisiere und Spuckschutze sind für rund 100.000 Euro bestellt”, so Bogedan. Für die Einrichtungen der Kindertagesbetreuung lägen solche Maßnahmen in den Händen der Träger als Arbeitgeber. “Die Behörde bietet den Trägern Entlastungsmöglichkeiten durch Personaleinsatz in den jeweiligen Kitas. Wenn es aufgrund der Pandemie zu Engpässen kommt, wird zusätzliches, helfendes Personal für einen begrenzten Zeitraum finanziert. Einige Träger haben bereits Mittel beantragt und Personal aus der Elternschaft oder Studentinnen und Studenten im Blick”, erklärt die Senatorin.

Lehrer, die zur Risikogruppe zählen, können sich zudem auf Wunsch mit einem ärztlichen Attest vom Präsenzunterricht befreien lassen und ihre Schüler weiterhin von Zuhause unterrichten und mit digitalen Angeboten versorgen.

 

ANMERKUNG: Dieser Beschluss betrifft zwar das Land Bremen, dennoch wird die Stadt Bremerhaven aufgrund des derzeitigen Infektionsgeschehens noch nicht zum Regelbetrieb zurückkehren, erklärte die Bildungssenatorin Claudia Bogedan.

Symbolbild: Ab dem 22. Juni können Grundschulkinder wieder die Schule besuchen. Bildquelle: Fotolia.




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