Giftiger Klimaschutz
Die Metropolregion Nordwest fördert ein gemeinsames Projekt von Bremerhaven und Wilhelmshaven mit dem Ziel, präventive Sicherheitskonzepte für den zukünftigen Einsatz von Ammoniak als Schiffskraftstoff zu entwickeln. Das hoch giftige Ammoniak gilt als klimafreundliche Alternative zu fossilen Treibstoffen – bis 2050 sollen rund 30 Prozent aller Schiffe damit betrieben werden.
Die Häfen wollen sich frühzeitig auf diese Entwicklung vorbereiten, um in zwei bis drei Jahren „ammoniak-ready“ zu sein. „Die Erarbeitung von Konzepten für das sichere Bunkern von Ammoniak ist ein komplexes Unterfangen. Mit diesem Projekt zur Risikobewertung können wir gemeinsam mit Wilhelmshaven Strukturen schaffen, die einerseits unsere Hafenstandorte zukunftssicher machen und die andererseits Umwelt und Menschen in der Region schützen“, versdpricht Kai Stührenberg, Staatsrat für Häfen bei der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation.
Giftig für Mensch und Umwelt
Ammoniak gilt als wichtiger Baustein zur Dekarbonisierung der Schifffahrt. Der Energieträger ist kohlenstofffrei, besitzt eine hohe Energiedichte und lässt sich vergleichsweise kostengünstig synthetisch herstellen. Bei der Verbrennung entstehen weder CO2- noch Schwefelemissionen, auch andere Luftschadstoffe wie Kohlenmonoxid und Ruß werden weitgehend vermieden. Allerdings ist Ammoniak giftig für Mensch und Umwelt, was besondere Sicherheitsanforderungen mit sich bringt. Während Ammoniak in Industrie, Transport und Umschlag seit Langem genutzt wird und hierfür bewährte Sicherheitskonzepte existieren, ist sein Einsatz als Schiffskraftstoff für Häfen, Reedereien und die Logistikbranche weitgehend Neuland. Spezifische regulatorische Vorgaben für das Bunkern von Ammoniak in Häfen befinden sich noch im Aufbau.
Gesundheitliche und ökologische Gefährdungspotenziale
Das Projekt konzentriert sich deshalb auf die Entwicklung präventiver Sicherheitskonzepte für die Häfen Bremerhaven und Wilhelmshaven. Untersucht werden gesundheitliche und ökologische Gefährdungspotenziale, technische Anforderungen sowie die notwendige Infrastruktur für eine wirksame Notfallbekämpfung. Umfassende Risikobewertungen sollen die Grundlage für sichere Abläufe bilden. „Neue Technologien verlangen eine Folgenabschätzung. Dazu gehört auch die Notfallplanung“, sagt Prof. Dr.-Ing. Uwe Arens, Hochschule Bremerhaven, Smart Mobility Institute (SMI).
Bildquelle: Fotolia








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