Führt ein „Bremer Weg“ aus der Wohnungskrise?
Im Rathaus kamen Vertreter aus Politik, Verwaltung sowie der Wohnungs- und Bauwirtschaft zu einem Informationsaustausch zusammen. Ziel war es, die bisher erarbeiteten Ansätze zur Adaption des „Hamburg Standard“ auf Bremen zusammenzuführen, Zielkonflikte zu benennen und die Grundlage für weitere Umsetzungsschritte zu schaffen.
Bürgermeister Andreas Bovenschulte begrüßte die Teilnehmenden und betonte zu Beginn: „Der Bremer Weg ist ein Gemeinschaftsprojekt der bremischen Politik, der Verwaltung und der Akteure der Wohnungs- und Bauwirtschaft. Dieser Schulterschluss ist wichtig, denn gestiegene Kosten machen Bauen derzeit schlicht unwirtschaftlich. Und das betrifft vor allem den bezahlbaren Wohnraum mit bezahlbaren Mieten.“ Unbestreitbar haben Herstellungskosten von inzwischen über 5.000 Euro pro Quadratmeter, gestiegene Zinsen und komplexe Vorgaben den Wohnungsbau in Bremen erheblich erschwert. In Hamburg wurde der „Hamburg Standard“ zur Kostensenkung im Wohnungsbau erarbeitet – die Senatskommission Wohnungsbau hat beschlossen, diesen Standard auch für Bremen anwendbar aufzuarbeiten.
Man befüllt den Werkzeugkasten
Der Austausch diente dazu, den bisher erarbeiteten Stand einer größeren Fachöffentlichkeit zu präsentieren, weitere Hebel zur Kostenreduktion zu identifizieren und Maßnahmen für schnellere Verfahren in Bauwirtschaft und Verwaltung zu diskutieren. Hieraus soll am Ende der Werkzeugkasten für den Bremer Weg zum kosteneffizienten und zukunftsfähigen Bauen werden. Unterschiedliche Perspektiven – etwa zu Schallschutz und Energiestandards – wurden angesprochen, um tragfähige Lösungen zu finden. Ein erster Zwischenbericht der Unterarbeitsgruppe „Kostenreduktion“ wird am 9. September vorgelegt. Die Beschlussfassung über den Bremer Weg ist dann für November vorgesehen.
Klar ist jedoch, dass langfristig nur eine deutliche Senkung der Baukosten dafür sorgen kann, dass bezahlbarer Wohnraum wieder in größerem Umfang entsteht. Es bleibt zu hoffen, dass der Bremer Weg die Voraussetzungen dafür schafft, dass Neubauprojekte wieder wirtschaftlich umsetzbar werden und Wohnen in Bremen für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar bleibt.
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