Forschungseisbrecher „Polarstern“ zurück im Heimathafen – Von der Ostantarktis nach Bremerhaven

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Nach über einem halben Jahr ist der Forschungseisbrecher „Polarstern“ am 12. Mai von einer erfolgreichen Saison auf der Südhalbkugel in seinen Heimathafen Bremerhaven zurückgekehrt. Schwerpunkte der Expedition waren die Ozeanographie und Geologie der Ostantarktis.

Laut des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung sind die Gletscher der Ostantarktis, im Vergleich zu denen der Westantarktis, relativ stabil. Doch mache sich der Klimawandel auch hier bemerkbar. Während die Meereisbedeckung gut mithilfe von Satelliten beobachtet werden kann, lassen sich Veränderungen in den Meeresströmungen am besten vor Ort untersuchen.

So machten sich Wissenschaftler im Rahmen ihrer EASI-2-Expedition (East Antarctic Ice Sheet Instabilities, Ostantarktische Eisschild-Instabilitäten) in der vergangenen Arktissaison daran mit der „Polarstern“ die aktuellen Strömungsverhältnisse sowie die Zusammensetzung der Wassermassen in großer Detailschärfe zu erforschen und Sedimentproben vom Meeresgrund zu nehmen. Dafür ging es mit dem Eisbrecher vom Denman-Gletscher in der Ostantarktis ungefähr 2.000 Kilometer nach Norden.

Eisprobe mit Sedimenteinschluss (Quelle: AWI / Marcus Gutjahr)

Gletscherschmelze bestätigt

Das Ergebnis: „Wir konnten bestätigen, dass bereits heute warmes Wasser den Denman-Gletscher erreicht und ihn von unten schmelzen lässt, was zu einem Anstieg des globalen Meeresspiegels führt“, so Dr. Oliver Esper, Mariner Geologe am AWI.

„Das ist ein Zustand, den Klimamodelle für weitere Gebiete in der Ostantarktis bei voranschreitender globaler Erwärmung in den kommende Dekaden prognostizieren. Aus den Sedimentkernen können wir nach den jetzt anstehenden Laboranalysen schließen, wie schnell sich die Meeresströmungen in der Erdgeschichte verlagert haben. So können wir die Prognosen zum zukünftigen Meeresspiegelanstieg verbessern.“

Pinguine in der Ostantarktis (Quelle: AWI / Marcus Gutjahr)

Aufenthalte in Australien und Namibia

Bevor es mit der „Polarstern“ weiter zur nächsten Expedition (EASI-3) nach Walvis Bay, Namibia, ging, erreichte der Eisbrecher, der bereits seit 40 Jahren im Dienst der Forschung steht, ein für ihn unbekanntes Terrain: Anfang dieses Jahres lief das Schiff in Hobart, Tasmanien ein, wo das Australische Antarktisforschungsprogramm beheimatet ist. Polarforschungsschiffe sind hier keine Seltenheit, für die „Polarstern“ war es jedoch der erste Aufenthalt.

Der deutsche Forschungseisbrecher machte im Februar erstmalig in Hobart, Australien fest.

Vor rund einem Monat startete die „Polarstern“ dann den Rücktransit durch den Atlantik an. Am 12. Mai erreichte das Schiff endlich wieder seinen Heimathafen. Gestern, am 13. Mai wurde damit begonnen, Sedimentkerne und weitere Fracht zu entladen. Nun stehen für die nächsten vier Wochen routinemäßige Wartungs- und Reparaturarbeiten in der Lloyd Werft an, bevor die „Polarstern“ Anfang Juni Richtung Arktis auslaufen soll.

Unterdessen sucht das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) immer noch nach einem Namen für das Herzstück seiner neuen Daueraustellung – eine Forschungsschiffinstallation, die den Eisbrecher „Polarstern“ zum Vorbild hat. Nähres dazu hier.

 

Bild ganz oben: Die Polarstern in der Ostantarktis

Bildernachweise: AWI / Marcus Gutjahr

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