Forscher finden Stoff aus Kontrastmitteln in Fast-Food-Cola – Ärztliche Untersuchungen als Ursache

02. 09. 2019 um 14:20:20 Uhr | BremenNews-Redaktion
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In vielen Flüssen weltweit und in einigen deutschen Städten konnten die Forscher der Jacobs University Bremen bereits Gadolinium nachweisen, ein Element, das insbesondere bei medizinischen Untersuchungen zum Einsatz kommt. Jetzt wurde es auch in Cola-Getränken bekannter Fast-Food-Ketten entdeckt.

Gadolinium gehört zur Gruppe der Selten-Erd-Elemente und wird unter anderem in Kontrastmitteln für die Magnetresonanztomographie (MRT) verwendet. Das vom Patienten eingenommene Kontrastmittel wird nach der Untersuchung ausgeschieden und gelangt so mit dem Abwasser in die lokalen Klärwerke.

Kläranlagen können Stoff nicht filtern           

Der Stoff im Kontrastmittel kann nicht aus dem Wasser entfernt werden. Er fließt im vermeintlich gereinigten Wasser in Flüsse, Seen, Meere und letztlich auch ins Grundwasser. Nach Untersuchungen von Michael Bau und seiner Forschungsgruppe an der Jacobs University, ist dies ein weltweites Phänomen.

Gadolinium auch in Cola enthalten

Eine in der Fachzeitschrift „Science of the Total Environment“ veröffentlichte Studie von Bau untersuchte, ob das Gadolinium durch die Verwendung von Leitungswasser auch in Nahrungsmittel gelangen kann. Dafür wurden Cola-Getränke aus bekannten Fast-Food-Ketten mit den Leitungswasserproben der jeweiligen Städte verglichen.

Die Untersuchungen zeigen, dass die Getränke nahezu den gleichen Gehalt am Kontrastmittel-Gadolinium aufweisen, wie das Leitungswasser. „In Filialen von Schnellrestaurants wird der Cola-Sirup mit Leitungswasser und CO2 vermischt. Obwohl die Restaurants angeben, dass dieses Leitungswasser zuvor zusätzlich gereinigt wird, ist dieser Reinigungsschritt offensichtlich nicht in der Lage, die Kontrastmittelrückstände zu entfernen.”, so Geochemiker Michael Bau.

Konzentration nicht gesundheitsgefährdend

Für Berlin, Essen, Köln, London, Düsseldorf, Dresden, Karlsruhe, München und Bremen konnte Bau mit seinem Team das Element im Leitungswasser bereits nachweisen. Aktuelle Daten für Berlin belegen, dass das Gadolinium im Trinkwasser einiger Bezirke (Bahnhof Zoo und Clay Allee) zu 99 Prozent menschengemacht ist, also durch die Kontrastmittel ins Wasser gelangt ist. München weist einen Wert von 91 Prozent auf und Dresden 85 Prozent.

In Bremen liegt der Wert des MRT-Gadoliniums im Leitungswasser bei 31 Prozent. Die gemessene Konzentration des Stoffes ist, Berichten zufolge, nicht gesundheitsgefährdend, könnte jedoch ein Indiz dafür sein, dass auch andere Stoffe auf demselben Weg in das Trinkwasser gelangen könnten.

 

Foto: Nachdem die Forschungsgruppe um Professor Michael Bau Kontrastmittel-Gadolinium weltweit bereits in vielen Flüssen und auch im Trinkwasser einiger deutscher Städte nachweisen konnte, wurde sie jetzt auch in Nahrungsmitteln fündig. Bildquelle: Jacobs University.




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