Fernwärme für die City

Die Bremer Innenstadt soll in den kommenden Jahren an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung des Energiedienstleisters swb und der Netzgesellschaft wesernetz erhielten Eigentümer sowie Hausverwaltungen von Gebäuden in der Innenstadt Einblicke in technische Abläufe, Zeitpläne und Beteiligungsmöglichkeiten.

Im Land Bremen soll der Anteil von Fernwärme am gesamten Wärmebedarf in den kommenden 15 Jahren von derzeit 15 auf 30 Prozent verdoppelt werden. Der Ausbau der Fernwärmenetze orientiert sich dabei an dem Ziel, pro Meter neu verlegter Leitung möglichst viele Gebäude mit großem Wärmebedarf anzuschließen, welche bisher Erdgas oder Heizöl verbrennen. Durch die Inbetriebnahme der Fernwärme-Verbindungsleitung im Herbst 2024 wurden die Versorgungsgebiete Horn-Lehe/Universität und Bremen-Ost miteinander verbunden, was nun den Ausbau unter anderem in Richtung Innenstadt ermöglicht.

Ideale Bedingungen

Die Veranstaltung griff sowohl die Ausbaupläne von swb als auch zentrale Erkenntnisse aus der kommunalen Wärmeplanung der Stadt auf. In seiner Begrüßung betonte Dr. Karsten Schneiker, Vorstandssprecher der swb AG: „Die dichte Bebauung und der hohe Wärmebedarf machen das Zentrum Bremens zu einem idealen Gebiet für Fernwärme. Mit dem geplanten Ausbau schaffen wir die Grundlage für eine klimaschonende und verlässliche Wärmeversorgung im Herzen Bremens.“

Annika Werner, Referatsleiterin Wärmewende bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, stellte erste Erkenntnisse aus der kommunalen Wärmeplanung vor. Der Bereich zwischen Weser und Wallanlagen gilt als besonders geeignet für den Einsatz von Fernwärme, stellt zugleich aber hohe Anforderungen an Planung und Umsetzung. Erste Leitungen wurden bereits im zweiten Quartal 2025 in der Dechanatstraße verlegt, sind allerdings noch nicht mit dem Fernwärmenetz verbunden. Die Maßnahme erfolgte im Vorfeld des städtisch koordinierten Umbaus zur sogenannten Klimastraße. Ab dem Jahr 2027 soll die weitere Erschließung der Innenstadt mit Fernwärme in mehreren Abschnitten erfolgen. Die Anbindung ist aus östlicher Richtung geplant, ausgehend vom Klinikum Bremen-Mitte.

Ein Gemeinschaftsprojekt

Ergänzend wurden Informationen über die konkreten Schritte für den Anschluss an das Fernwärmenetz vorgestellt. Dabei ging es unter anderem um Kosten, zeitliche Abläufe und mögliche Übergangslösungen. Ziel ist es, Eigentümern frühzeitig eine verlässliche Planungsgrundlage zu bieten. Im Anschluss an die Vorträge nutzten die Gäste die Gelegenheit, Fragen zu stellen und individuelle Anliegen zu besprechen. Die Veranstaltung machte deutlich: Der Ausbau der Fernwärme in der Innenstadt ist ein Gemeinschaftsprojekt.

Bildquelle: Ingo Bartussek / Fotolia

 

 

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