Es ist soweit: Steubenstraße in Bremen ab sofort für Jahre gesperrt
Betroffen von der Sperrung ist der gesamte Verkehr, konkreter heißt das: die Buslinien 25 und N5, außerdem sowohl Autos, Radfahrer als auch Fußgänger. Etliche Umleitungen sind in beide Richtungen ausgeschildert. Zielsetzung sei es, die Straßenbahnverbindung ohne Umsteigen zu ermöglichen. Droht Bremen nun der Baustellenkollaps?
Die Steubenstraße verbindet als Nadelöhr die Bremer Stadtteile Hastedt bzw. Hemelingen mit der Vahr. Der Senat hatte im Verkehrsentwicklungsplan Bremen 2025 den Umbau des umweltfreundlichen Straßenbahnnetzes als wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende festgelegt. Wesentlicher Bestandteil ist die Linie 2, die nach den Umbaumaßnahmen eine „(…) direkte, schnelle und bequeme Verbindung darstellen soll.“
Die Linie 2 wird zukünftig von Gröpelingen bis Neue Vahr Süd (Haltestelle Kurt-Huber-Straße) fahren und zu den Hauptverkehrszeiten weiter bis nach Tenever (Haltestelle Tenever-Zentrum). In anfänglichen Meldungen hieß es: „Die Sanierungsarbeiten begannen im Mai 2022 und werden voraussichtlich bis etwa Dezember 2023 andauern.“ Nun gut, das konnte nicht wirklich eingehalten werden.
Nun müssen sich Verkehrsteilnehmer bei der Steubenstraße auf eine geplante Bauzeit bis 2028 einstellen. Zugleich ist die Neuenlander Straße bis voraussichtlich Oktober 2026 teilgesperrt, in der St.-Jürgen-Straße werden bis 2028 Kanal- und Leitungsbauarbeiten mit entsprechenden Verkehrsbehinderungen durchgeführt. Auf dem Osterdeich wird die Fahrbahn saniert. Für die Wiederinbetriebnahme des Neustädter Bahnhofs werden aktuell Verzögerungen von rund 15 Wochen vermeldet. Und die Sanierungen der A1-Weserbrücke zwischen den Autobahnanschlüssen Arsten und Hemelingen hat ohnehin das Potenzial zum Dauerbrenner. Das allerdings sind allenfalls Auszüge.
Es gibt diverse weitere Baustellenprojekte in Bremen, mit denen die über Jahrzehnte kaputtgesparte Infrastruktur wieder zum Leben erweckt werden soll. Fraglich bleibt bei aller durchaus vorhandenen Sinnhaftigkeit, ob die Sanierungs- und Ausbauprojekte vernünftig koordiniert sind oder die Hansestadt nun endgültig im Baustellenkollaps versinkt. Indes die anrainenden Unternehmen in der Steubenstraße sich über Erreichbarkeit, Kundenfrequenz und Umsätze Gedanken machen dürften, müssen sie zumindest bald nicht mehr umsteigen.
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((Beitragsbild oben: Symbolbild – Steubenstraße ab heute voll gesperrt.))




Symbolbild Freepik


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