Erinnerungskultur darf nicht im Bauschutt verschwinden
Immer wieder werden bei Bauarbeiten Stolpersteine als Gedenksymbole aus dem Gehweg gelöst und nicht wieder eingesetzt. Es ist traurig, wenn ausgerechnet die sichtbarsten Zeichen, die in Bremen an die ermordeten Opfer des Nationalsozialismus erinnern, still verschwinden – häufig dort, wo Baustellen morgens kommen und abends wieder gehen.
Mehr als 800 Stolpersteine erinnern in Bremen an Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Sie liegen vor ihren letzten selbst gewählten Wohnorten – an der Stelle, an der diese Menschen einmal Nachbarn waren. Für viele Familien ist dieser kleine Messingstein im Gehweg das einzige individuelle Zeichen, das von ihren Angehörigen geblieben ist. Kein Grab. Kein Denkmal. Ein Stein im Boden, vor der Haustür. Wer ihn entfernt und nicht zurücklegt, löscht dieses Gedenken aus.
Achtsamkeit und Respekt
Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung und Schirmfrau der Bremer Stolpersteine, Özlem Ünsal, und die Landeszentrale für politische Bildung mahnen deshalb gemeinsam dazu, hinzusehen und zu handeln: „Es erschüttert uns zutiefst, dass in unserer Stadt Stolpersteine unachtsam im Bauschutt landen. Diese Steine sind oft das Einzige, was von einem ermordeten Menschen im öffentlichen Raum geblieben ist. Ich fordere deshalb alle Verantwortlichen auf, achtsam und respektvoll mit den Stolpersteinen umzugehen. Bauunternehmen müssen vor Beginn der Arbeiten prüfen, ob sich Stolpersteine im Baufeld befinden. Diese sind fachgerecht zu sichern und nach Abschluss der Arbeiten am exakt selben Ort wieder einzusetzen. Diese Vorgabe sind in Ausschreibungen und Verträgen verbindlich festzuschreiben und ihre Einhaltung ist zu kontrollieren.“
Hinweise aus der Bevölkerung
Wer bemerkt, dass ein Stolperstein nach Bauarbeiten fehlt oder verlegt wurde, kann sich an das Pressereferat der Senatorin oder an die Landeszentrale für politische Bildung wenden. Die Hinweise werden an den Initiativkreis Stolpersteine Bremen weitergeleitet, der die Verlegungen koordiniert.










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