Enten übernehmen städtische Aufgaben am Werdersee

Der Werdersee mitsamt den Flächen als auch Sitzgelegenheiten am Deichschart soll Erholung bieten. Doch das Areal steht aktuell unter Stress. Der Werdersee ist – wie berichtet – massiv von der Pflanze Wasserpest bewachsen, eine invasive Pflanzenpolulation, gegen die das Umweltressort keine geeigneten Mittel vorweisen kann. Stattdessen scheinen derzeit Enten die Aufgabe zu übernehmen; die fressen nämlich Schneisen in die breitflächig wuchernden Wasserpflanzen. Ob die Entwicklung anhalten wird, ist derzeit noch nicht realistisch vorhersehbar.

Auf einer der Bänke am Werdersee in Höhe des Deichschartes sitzt ein junger Mann und sagt: : „Wenn die Stadt Bremen weiter mit dem Werdersee wartet, haben die Enten das Problem bald gelöst. Die fressen sich an der Wasserpest momentan dick und rund.“ Der Ausblick ist geradezu surreal. „Die Wege, die die Enten hier in das Kraut paddeln, sehen aus wie die von Nilpferden in der Savanne.“

"Wenn die Stadt Bremen weiter mit dem Werdersee wartet, haben die Enten das Problem bald gelöst"

„Wenn die Stadt Bremen weiter mit dem Werdersee wartet, haben die Enten das Problem bald gelöst“

Theoretisch angedacht und zugleich wieder verworfen wurden beispielsweise Lösungen, wie den Werdersee auszubaggern, eine spezielle – pflanzenfresende – Karpfenart oder sonstige Tierarten anzusiedeln. Indes die eine Variante das komplette Biotop zerstören würde, wäre die andere gleichzusetzen damit, eine pflanzlich invasive Art gegen eine tierisch invasive Art zu tauschen. Nichts wäre gewonnen.

Eine der gleichermaßen potenziell machbaren Maßnahmen gegen die Wasserpest wäre es – ebenfalls rein theoretisch – sie zu mähen. Das wird in manchen Gewässern in Süddeutschland zwar bereits gemacht, impliziert allerdings den Nachteil, dass der Vorgang regelmäßig durchgeführt werden muss. Bei einem Wuchs von rund zehn Zentimetern pro Woche ist leicht vorstellbar, welchen – regelmäßigen – Aufwand das bedeuten würde. Zurückzuführen ist der schnelle Wuchs auf die Fähigkeit der Pflanze, Nährstoffe direkt aus dem Wasser aufzunehmen. Im Worst Case wäre nur verblieben, den Werdersee seinem Schicksal zu überlassen und das Gewässer für Wassersport und etliche weitere Aktivitäten zu sperren.

Doch nun scheint das Biotop zu zeigen, was es darunter versteht, sein „Schicksal selbst zu übernehmen“. Den Stockenten schmeckt die üppige Kost ganz offensichtlich. Die haben übrigens keinesfalls zuvor eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, Umsetzungsanträge in der Bürgerschaft gestellt oder sich selbst statistisch berechnet. Die machen einfach.

Mahlzeit!

Mahlzeit!

Tatsächlich ist Elodea  – die Wasserpest – eine Wasserpflanze, die von vielen Wasservögeln einschließlich Enten, insbesondere Stockenten, als Nahrungsquelle genutzt wird. Was für die Bremer über Wochen und Monate ein Ärgernis darstellte, was dafür sorgte, dass der Werdersee großflächich gesperrt werden musste, zumal die Rettungssicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte, scheint nun zumindest in Teilbereichen von der Natur eigenständig geregelt zu werden. Ein Hoffnungsschimmer allemal. Doch zunächst dürften die Passanten noch einige Zeit ebenso besorgte wie staunende Blicke quer über das Biotop Werdersee werfen.

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