Engpass bei Reisepässen: Dringende benötigte Expresspässe vorübergehend gebührenfrei – Bremer Innenressort übernimmt Kosten bei unmittelbar anstehenden Reisen

Derzeit kommt es zu Engpässen bei der Bundesdruckerei, die für ganz Deutschland Pass- und Ausweisdokumente herstellt. Deshalb müssen auch Bremer unter Umständen länger auf ihre beim Bürgeramt beantragten Pässe warten. Jene, bei denen die Reise unmittelbar bevorsteht, können jetzt einen Expressreisepass beantragen. Die Kosten übernimmt das Innenressort.

Seit Anfang 2024 sind die wöchentlichen Antragszahlen für Reisepässe deutschlandweit stark gestiegen. Alleine bis Ende Januar wurden erstmals in der Geschichte der Bundesdruckerei weit über 600.000 Reisepässe bestellt. Auch in den letzten Wochen befanden sich die Antragsstellungen auf einem hohen Niveau.

Konnte die Bundesdruckerei in den ersten Wochen des Jahres die Lieferzeiten beim Pass noch einhalten – üblicherweise liegt die durchschnittliche Wartezeit für einen neu beantragten Reisepass bei drei bis vier Wochen – wird es jetzt eng. So kann es aktuell rund acht Wochen dauern, bis Bremer ihre druckfrischen Reisepapiere in den Händen halten können.

Innensenator bietet Hilfestellung

Dazu Innensenator Ulrich Mäurer: „Es wurden gut 4.500 Reisepässe in der Zeit vom 24. April bis 31. Mai 2024 beantragt und noch nicht zurückgeliefert. Davon gut 2.500 für Menschen unter 25 Jahren.“

Da Personalausweise und Führerscheine sowie sogenannte Expressreisepässe von der temporären Verzögerung nicht betroffen sind, bietet der Senator jetzt folgende Hilfestellung: Alle Bremer, bei denen die Urlaubsreise unmittelbar bevorsteht und die immer noch auf ihre Reisepässe warten, bekommen die Möglichkeit, beim Bürgeramt einen Expressreisepass zu beantragen.

„Den Reiseexpresspass bekommen Bürgerinnen und Bürger in sechs bis sieben Tagen. Die Gebühr für einen Expresspass beträgt normalerweise 32 Euro extra. In diesem Fall übernimmt unser Ressort diese Gebühr“, betont Senator Mäurer.

So funktioniert es:

Vom Engpass betroffene Bürger, die einen Expressreisepass beantragen wollen, schreiben eine E-Mail an ihr jeweiliges Bürgeramt, in der sie das Reisedatum und -ziel angeben, um kurzfristig einen Termin zu bekommen, der dann auch auf jeden Fall genutzt werden sollte.

Wichtig: Kinder, die einen neuen Reisepass benötigen, müssen beim Termin zwingend anwesend sein. Um das Antragsaufkommen zu bewältigen, kann es sein, dass Bremer nicht beim Bürgeramt ihrer Wahl einen Termin bekommen.

E-Mail-Adressen der Bürgerämter:

Hintergrund für das hohe Antragsaufkommen

Ein Grund, warum Anfang 2024 besonders viele Reisepass-Anträge gestellt wurden, dürfte sein, dass Ämter seit dem 1. Januar 2024 bundesweit keine Kinderreisepässe mehr ausstellen. Stattdessen brauchen Kinder seit Anfang dieses Jahres einen regulären, eigenen Reisepass.

„Früher wurden die Kinderpässe direkt vom Sachbearbeiter am Platz ausgestellt, jetzt müssen die Pässe beantragt und von der Bundesdruckerei gedruckt werden“, erläutert Senator Mäurer. Zudem würden viele der 2023 ausgestellten Kinderreisepässe jetzt zeitgleich bundesweit auslaufen.

„Insgesamt gehen wir in diesem Jahr für das Land Bremen von mindestens 80.000 Reisedokumenten aus, davon etwa 8.000 Kinderreisepässe, die durch neue Dokumente ersetzt werden müssen“, so Mäurer.

 

 

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