Digitales Erbe im Fokus – Forscher klären Fragen um den digitalen Nachlass

04. 09. 2019 um 12:13:40 Uhr | BremenNews-Redaktion
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Ein Forschungsverbund, an dem auch die Universität Bremen beteiligt ist, arbeitet derzeit an einer Studie zum digitalen Nachlass. Ziel ist es, betroffene Erben vor möglicher Benachteiligung zu schützen und Empfehlungen für die Gesetzgebung zu entwickeln.

Was mit den digitalen Daten, Konten und Gütern eines Menschen nach seinem Tod geschieht, wollen die Forscher aus verschiedenen Blickwinkeln ermitteln. Daran beteiligt sind die Fakultäten für Rechtswissenschaften der Universitäten in Bremen und Regensburg.

Vererbbarkeit von Daten unkompliziert regeln

„Ziel des Projekts ist es, Benachteiligungen von Verbraucherinnen und Verbrauchern aufzudecken und Empfehlungen zu erarbeiten, wie die Vererbbarkeit von Daten unkompliziert ausgestaltet werden kann“, erklärt Professor Benedikt Buchner vom Institut für Informations-, Gesundheits- und Medizinrecht (IGMR) der Universität Bremen.

Hilfe für Erben, Unternehmen und Gesetzgebung

Für betroffene Erben, Vorsorgebevollmächtigte und gesetzliche Betreuungspersonen sollen technische Lösungen entwickelt werden, die es ermöglichen, geerbte Daten zu identifizieren und anschließend zu verwalten. Zudem soll eine Informationsbroschüre erstellt werden, die Tipps und Erklärungen kompakt darstellt und einen Überblick über das Thema bietet.

Auch für datenverarbeitende Unternehmen ist es nach Ansicht der Beteiligten wichtig zu wissen, wer Erbe von Daten geworden ist, um den Betroffenen einen rechtmäßigen Zugang zu den Daten zu verschaffen. Für kleine und mittelständige Firmen sollen daher Hilfen entwickelt werden, die es ermöglichen, Erben ausfindig zu machen.

Rechtliche Fragen ebenfalls wichtig

Auch soll untersucht werden, ob ein neues Gesetz nötig ist, dass den digitalen Nachlass zugunsten der Verbraucher regelt. Buchner nennt als Beispiel den Kauf eines eBooks, die häufig nicht vererbbar seien, ohne dass die Käufer das wüssten.

 

Foto: Auch der digitale Nachlass sollte rechtzeitig geregelt werden. Ein Forschungsteam will hierfür nun praxisorientierte Hilfestellungen erarbeiten. Bildquelle: kebox / stock.adobe.com




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